Sinnbild für Gesundheit und ein langes Leben – dafür steht der Ginseng in Asien. Vor allem in der traditionellen chinesischen Medizin werden die getrockneten Wurzeln dieser uralten Arzneipflanze eingesetzt. Die moderne Wissenschaft zeigt, dass der Ginseng Beinamen wie Kraftwurz und Allheilkraut nicht umsonst trägt.

Wissenschaftler der renommierten Mayo-Klinik in den USA veröffentlichten im vergangenen Jahr das Ergebnis einer systematischen Literaturrecherche, die die Sicherheit und Effektivität des Asiatischen und Amerikanischen Ginsengs bei der Therapie des Ermüdungssyndroms, der Fatigue, zum Gegenstand hatte. Gesucht wurde in den größten medizinischen Datenbanken, darunter in PubMed, Medline und Embase. Gefunden und untersucht wurden 149 Artikel, davon zehn Publikationen, mit dem Ergebnis, dass Ginseng ein geringes Nebenwirkungsrisiko und eine leichte Effektivität gegen das Fatigue-Syndrom besitzt (1). Als Wirkträger konnten die Ginsenoside RB1 und RG1 identifiziert werden. Chinesische Wissenschaftler konnten darüber hinaus Ginsengproteine als Wirkträger des Anti-Fatigue-Effekts identifizieren sowie Ginsengmetabolite als Antikanzerogene (2).