Albert Schweitzer machte zunächst als Theologe, Philosoph und Organist Karriere, bevor er die medizinische Laufbahn einschlug, der er seinen Weltruhm verdankt. Er stellte die Ehrfurcht vor dem Leben vor alles andere und sah den Pazifismus als überlebenswichtige Notwendigkeit, insbesondere nach der Entwicklung der Atombombe. Er gehört neben Albert Einstein und Otto Hahn auch zu den ersten, die das Manifest gegen die militärische Nutzung der Atomkraft unterzeichneten.

Albert Schweitzer wird am 14. Januar 1875 in Kaysersberg geboren, noch im Jahr seiner Geburt zieht die Familie nach Günsbach im Kreis Colmar um. Beide Gemeinden liegen im Bezirk Oberelsass des deutschen Reichslandes Elsass-Lothringen. In der alemannisch-elsässischen Familie wird neben dem elsässischen Dialekt auch Französisch gesprochen, Hochdeutsch lernt Albert erst in der Schule. Er ist das zweite Kind des Pfarrverwesers Ludwig Schweitzer und dessen Ehefrau Adele. Insgesamt hat Albert vier Geschwister: drei Schwestern und einen Bruder. Sein Großvater mütterlicherseits ist Pfarrer, der väterlicherseits Schullehrer und Organist. Sowohl sein Interesse für die Theologie als auch die Begeisterung für das Orgelspiel liegen also in der Familie.