Zu den Hauptnebenwirkungen von Zytostatika gehören periphere Neuropathien, die nur schwer zu behandeln sind. Eine monozentrische randomisierte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Akupunktur die einhergehenden Beschwerden lindern kann. An der Studie nahmen 75 überwiegend weibliche (80 %) Chemotherapie-Patienten teil, die im Rahmen ihrer Zytostatika-Therapie mäßige bis schwere Polyneuropathien mit Taubheit, Kribbeln und/oder Schmerzen entwickelt hatten. Zu Beginn der Studie wurden die Beschwerden auf einer Zehn-Punkte-Skala durchschnittlich mit vier Punkten angegeben. Acht Wochen lang erhielten 24 der Studienteilnehmer eine echte Akupunktur an relevanten Ohr- und Körperpunkten, 23 eine Sham-Akupunktur (Scheinakupunktur) an nicht relevanten Punkten, bei der die Nadeln nicht richtig eingestochen wurden, und 21 bekamen nur die übliche konventionelle Behandlung. Nach acht Wochen konnte der Wert auf der Schmerzskala durch die echte Akupunktur um 1,75 Punkte reduziert werden. Der Effekt hielt auch nach der Studie an, nach zwölf Wochen lag die Reduktion immer noch bei 1,74 Punkten. Bei der Scheinakupunktur konnte nach acht Wochen lediglich eine Reduktion um 0,91 Punkte erreicht werden. Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl und dem monozentrischen Design müssen weitere Studien die Daten bestätigen.