Um das homöopathische Arzneimittel Causticum (Ätzstoff) gab es von Beginn an heftige Auseinandersetzungen. So bezeichnete Phillip Wilhelm Ludwig Griesselich, ein Zeitgenosse Hahnemanns, Arzt und Homöopath, Causticum als „chemisches Unding“ (1). Bis heute ist nicht sicher, was Causticum für ein Stoff ist und wie man es richtig herstellt. Doch es gibt neue Forschungsergebnisse.

Causticum wird in der homöopathischen Therapie angewendet, trotz wichtiger ungeklärter Fragen zu seiner chemischen Identität. Die Arbeit des Apothekers und Homöopathen Andreas Grimm (1) schien Klarheit darüber zu geben, dass es sich bei Causticum um eine schwache Kalilauge handelt. Seit Kurzem liegen die spannenden Forschungsergebnisse des Arztes Thomas Quak und des Chemikers Karl-Heinz Jansen zur Gewinnung des Causticums vor (2). Diese widersprechen dem Ergebnis von Grimm.

Auch die Materia Medica zu Causticum muss als problembeladen betrachtet werden, da die Prüfungssymptome von unterschiedlichen Prüfsubstanzen zusammengeführt worden sind (3).