Bei Eisenmangel dominiert die orale Therapie. Die Einnahme eisenhaltiger Präparate kann jedoch zu gastrointestinalen Nebenwirkungen wie Verstopfung, Übelkeit oder Diarrhö führen, welche die Eisenaufnahme limitieren. Infolge einer hohen Dosierung von 100 bis 200 mg Eisen pro Tag steigt zudem die Konzentration von Hepcidin, was die Eisenresorption für rund 24 Stunden blockiert. Nach aktuellem Erkenntnisstand ist eine hohe Eisendosierung mit einer Aufteilung in zwei bis drei Tagesdosen physiologisch ineffizient. Effizienter sind mittlere Dosen im Tageswechsel. Die aktualisierte Empfehlung zur oralen Therapie lautet daher, dass Patienten die Eisenpräparate nur alle zwei Tage einnehmen sollten. Dadurch könne die Eisenresorption um ein Drittel erhöht werden und zugleich fielen die gastrointestinalen Nebeneffekte deutlich geringer aus. Studien haben gezeigt, dass sich bei Patienten, die jeden zweiten Tag 120 mg Eisen erhielten, die gleichen Hämoglobinanstiege erreichen ließen wie bei Patienten, die täglich 120 mg Eisen erhielten. Das Hämoglobin steige durch die Gabe im Tageswechsel zwar langsamer, dafür sei durch die geringeren Nebenwirkungen die Compliance höher und am Ende ließe sich derselbe Gesamtanstieg erreichen. Bei schwerem Eisendefizit können hohe Dosen erwogen werden, da dadurch die absolute Resorption steige. Generell sei in diesen Fällen jedoch die intravenöse Eisentherapie besser geeignet, um die Eisenspeicher rasch aufzufüllen.

Quelle

Ärzte Zeitung. n.rpv.media/2br