Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Rostock kamen nach Auswertung der Daten von 2 103 erwachsenen Studienteilnehmern aus zwei unabhängigen Kohorten zu dem Schluss, dass kardiovaskuläre Fitnessprogramme einen wichtigen Beitrag zur Demenzprophylaxe leisten können. Dabei werden große Muskelgruppen trainiert, damit die Teilnehmer diese über einen längeren Zeitraum mit moderater bis hoher Intensität dynamisch belasten können. Eigentlich sollen die Fitnessprogramme neben dem Muskelaufbau vor allem den Erhalt der Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems und der Atemwege fördern. Doch nun zeigten die Forscher, dass sie auch den Verlust an grauer Substanz und zugleich die Abnahme des Hirnvolumens reduzieren. Hiervon profitieren auch Regionen, die an der Kognition beteiligt sind. Die Arbeitsgruppe kam zu diesem Ergebnis, als sie die Sauerstoffaufnahme während eines Belastungstests erfasste und MRT-Bilder der Gehirne der Probanden auswertete. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass die kardiorespiratorische Fitness der Freiwilligen mit deren Hirnvolumen sowie dem Volumen der grauen Substanz korrelierte. Zudem konnten sie einen Zusammenhang zwischen dem Umfang der Sauerstoffaufnahme und dem Volumen von spezifischen Hirnregionen nachweisen, die für die Kognition relevant sind. Körperliche Aktivität hat demzufolge einen weitaus größeren Nutzen als bisher angenommen. Autorin: Sabine Ritter