Bei älteren Menschen wird die empfohlene Zufuhr an lebenswichtigen Biofaktoren wie Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen oft nicht erreicht. Insbesondere Fehlernährung, Krankheiten oder Arzneimittelinteraktionen können einen Biofaktorenmangel nach sich ziehen und die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit schwächen sowie Erkrankungen innerer Organe hervorrufen oder verstärken. Am Beispiel der Vitamine B12 und D3 weist dieser Beitrag auf die gesundheitlichen Folgen eines Biofaktorenmangels im Seniorenalter hin.

Jeder zehnte Bewohner eines Pflegeheims ab 65 Jahren gilt als mangelernährt, so das Ergebnis der ErnSTES-Studie, einer Multicenterstudie zum Ernährungsstatus älterer Menschen (1). Über die Hälfte der untersuchten Senioren wurde als mangelernährt und 11 % sogar als manifest mangelernährt eingestuft. Auch die Zufuhr der meisten Biofaktoren bei älteren Menschen liegt unterhalb der Nährstoffempfehlungen der D-A-CH-Gesellschaften (2).

Gründe für die schlechte Versorgungslage im Seniorenalter gibt es viele (3): Im Zuge des Alterungsprozesses nehmen Leistungsfähigkeit des Magen-Darm-Traktes und Resorptionsquote von Nährstoffen und Biofaktoren aus der Nahrung ab. Das Risiko für die Entwicklung eines Vitamin- und Mineralstoffmangels wird auch durch Kau- und Schluckprobleme, verminderte Durst- und Geschmackswahrnehmung und mentale Beschwerden sowie chronische Erkrankungen und Arzneimittelinteraktionen gefördert. Der resultierende Biofaktorenmangel wiederum kann zu gesundheitlichen Beschwerden und Krankheiten führen – beispielsweise zu kardiologischen Erkrankungen wie Hypertonie, Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen, neurodegenerativen Erkrankungen wie Demenz, Polyneuropathie und Parkinson sowie zu Osteoporose oder Depressionen.