Die achtsamkeitsbasierte Stressreduktion kombiniert Elemente von Yoga und Meditation und kann die Anzahl der Schmerztage von Migränepatienten fast ebenso effektiv senken wie eine Kopfschmerzschulung. Das hat eine US-amerikanische Studie gezeigt. Die achtsamkeitsbasierte Stressreduktion bietet gegenüber der Schulung jedoch einige Vorteile: Sie ist leicht zu erlernen, verbessert die Lebensqualität und senkt das Schmerzempfinden. An der klinischen Studie nahmen 89 Migränepatienten teil, die zuletzt an durchschnittlich 7,3 Tagen des Monats unter starken Kopfschmerzen gelitten hatten. Die Patienten wurden zufällig auf zwei Gruppen verteilt, von denen eine Gruppe an einem Kurs zur achtsamkeitsbasierten Stressreduktion teilnahm, die andere an einer Kopfschmerzschulung. Die Zahl der Kopfschmerztage wurde über den Verlauf von zwölf Wochen beobachtet. Beide Interventionen konnten die Zahl der Schmerztage pro Monat signifikant senken: die Stressreduktion um 1,6 Tage, die Schulung um 2,0 Tage. Die Stressreduktion hatte allerdings eine deutlich größere Auswirkung auf das Schmerzempfinden, das signifikant gesenkt wurde: Die Schmerzintensität sank um 36,3 % und die Unannehmlichkeit um 30,4 %. Zudem fühlten sich die Patienten nach der achtsamkeitsbasierten Stressreduktion weniger durch ihre Krankheit im Alltag beeinträchtigt, gaben eine insgesamt bessere Lebensqualität an, empfanden die Schmerzen als weniger katastrophal und litten seltener unter Depressionen. In diesen Punkten sowie in der Reduktion des Schmerzempfindens war die achtsamkeitsbasierte Stressreduktion der Kopfschmerzschulung deutlich überlegen.

Quelle

Ärzteblatt. n.rpv.media/2hn