Für Frauen ist es nicht ratsam, absichtlich den Harnstrahl beim Urinieren zu unterbrechen, um die Beckenbodenmuskulatur zu trainieren. Eine französische Studie kommt zu dem Schluss, dass absichtliche Miktionsunterbrechungen eher schaden als nützen, da dadurch das Restharnvolumen erhöht und der maximale Urinfluss reduziert wird. Mit dem Restharnvolumen steigt die Gefahr für Blasenentzündungen und andere Infektionen. Solche Übungen können laut Urologen sogar Blasenfunktionsstörungen wie eine Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie (DSD) auslösen. Für die Studie wurden bei 20 gesunden Probandinnen im Durchschnittsalter von 39 Jahren Harnflussmessungen durchgeführt. Bei einer Messung durften die Frauen bis zur kompletten Blasenentleerung normal urinieren, bei einer weiteren Messung sollten sie alle drei Sekunden kurz den Harnstrahl unterbrechen. Nach der unterbrochenen Miktion ergab die Messung per Sonografie ein fast fünffach höheres Restharnvolumen (37 ml) als nach der normalen (8 ml). Der maximale Harnfluss war bei der unterbrochenen Miktion signifikant geringer (18 ml/s) als bei der normalen (27 ml/s) und die Frauen benötigten fast doppelt so lang für die Entleerung. Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl ist die Aussagekraft zwar eingeschränkt – Urologen raten dennoch von Miktionsunterbrechungen ab.