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28. September 2022

Weniger Sorgenfalten, besser drauf

Wie Botox bei Depressionen hilft.
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SewCream / shutterstock.com

Unsere Gesichtsmimik und unser psychisches Befinden sind eng miteinander verbunden. Gerade im Bereich der unteren mittleren Stirn lassen angespannte Muskeln mit der Zeit über der Nasenwurzel Zornes- oder Sorgenfalten entstehen. Um diese zu reduzieren, wird gerne zu Botox-Injektionen gegriffen. Neben dem Falten reduzierenden Effekt kann Botulinumtoxin (BTX), gerade wenn es in die Stirn injiziert wird, auch Depressionen sowie die extremen Stimmungsschwankungen von Menschen mit Borderline-Erkrankung lindern.

Forscher haben nun herausgefunden, wo und wie BTX das Negativ-Programm unseres Gehirns beeinflusst. Bei Boarderline-Parienten konnten sie mittels Magnetresonanztomographie die neuronalen Effekte sichtbar machen: BTX beeinflusst die in der Region der Schläfenlappen liegende Amygdala, auch Mandelkern genannt. Den Ort also, wo unsere Ängste entstehen und verarbeitet werden. Das in die Glabellarregion gespritzte Botulinumtoxin lähmt nicht nur die Muskeln zwischen den Augenbrauen, sondern reduziert auch die Intensität der Falten verursachenden Emotionen. „Eine entspannte Stirn vermittelt sozusagen ein positives Gefühl“, erklärt Professor Dr. Tillmann Krüger, Oberarzt und Forschungsgruppenleiter an der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Weil die Wirkung der Spritzen bis zu drei oder mehr Monate anhält, hat die Behandlung laut Professor Krüger noch einen weiteren Nebeneffekt für die Behandlung von Depressionen: „Die seltenen Injektionen sind zudem weniger kostspielig als manche anderen Therapieoptionen und haben eine sehr gute Verträglichkeit und Akzeptanz unter den Patienten.“

Quelle: Bionity