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24. Juni 2022

Feinstaub landet im Gehirn

Giftige Partikel aus verschmutzter Luft gelangen über Lunge und Blutbahn ins Hirn.

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Die Auswirkungen von Luftverschmutzung sind enorm, nicht nur auf unsere Umwelt. Vor allem Feinstaubbelastung ist mit erheblichen Risiken für unser zentrales Nervensystem verbunden und steht in Zusammenhang mit ausgeprägter Neuroinflammation, Alzheimer-ähnlichen Veränderungen und kognitiven Problemen bei älteren Menschen und sogar Kindern. Denn über die Lunge eingeatmete ultrafeine Partikel können die Schutzsysteme des Körpers, einschließlich der Wächterzellen des Immunsystems und der biologischen Barrieren überwinden. Eine neue Studie belegt, dass diese giftigen Partikel, nachdem sie die Luft-Blut-Schranke überwunden haben, über den Blutkreislauf ins Gehirn gelangen könnten. Einmal im Gehirn angekommen scheinen sie dort länger zu bleiben als in anderen wichtigen Stoffwechselorganen und lassen sich auch nur schwer wieder ausscheiden.

In der Liquorflüssigkeit von Patienten mit Hirnleistungsstörungen hatten die Wissenschaftler verschiedene feine Partikel gefunden. Das internationale Expertenteam von der Universität Birmingham und Forschungseinrichtungen in China hat einen möglichen direkten Weg entdeckt, den die Feinstaubpartikel dorthin nehmen. „Die Daten deuten darauf hin, dass bis zu achtmal mehr Feinstaubpartikel über den Blutkreislauf aus der Lunge ins Gehirn gelangen können als direkt über die Nase – ein neuer Beweis für den Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und den schädlichen Auswirkungen solcher Partikel auf das Gehirn,“ erklärt Professor Iseult Lynch von der Universität Birmingham. Erreichen die giftigen Partikel schließlich das Gehirn, führen sie dort nicht nur zu einer Schädigung der Hirn-Blut-Schranke, sondern auch des umliegenden Gewebes.

Quelle: Bionity