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21. Juni 2022

Früherkennung von Lebererkrankungen

Eine neue nicht invasive Diagnosemethode.

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Natali _ Mis / shutterstock.com

Rund 25% der Weltbevölkerung leiden an einer Fettleber. Schon zwei bis drei alkoholische Getränke am Tag können die Erkrankung auslösen, bei der zusätzliches Fett in der Leber angesammelt wird. Um das individuelle Risiko für eine Lebererkrankung bestimmen zu können, muss eine Leberbiopsie durchgeführt werden. Dieses Diagnoseverfahren kann nur von einem Arzt in einer spezialisierten Klinik durchgeführt werden und mit Komplikationen verbunden sein.

Forscher des Max-Planck-Instituts (MPI) für Biochemie und des Novo Nordisk Foundation Zentrums für Proteinforschung (CPR) an den Universitäten von Kopenhagen und Süddänemark haben nun ein neues nicht invasives Verfahren vorgestellt. Mittels Proteinanalyse und maschinellem Lernen soll dieses nicht nur ebenso zuverlässig, sondern sogar noch präziser sein. Dafür reicht eine einfache beim Hausarzt entnommene Blutprobe. „Die Früherkennung verschiedener Arten von Leberschäden ist wichtig, weil sie die Behandlungsmöglichkeiten für die Patienten im weiteren Verlauf verbessern kann. Da Lebererkrankungen in der Regel zunächst unbemerkt verlaufen, besteht ein dringender Bedarf für leicht zugängliche Vorsorgeuntersuchungen in Risikogruppen, um eine frühzeitige Diagnose überhaupt erst zu ermöglichen,“ erklärt Lili Niu, Erstautorin und Postdoc am CPR.

Das Forscherteam unter der Leitung von Professor Matthias Mann am MPI für Biochemie und am CPR, konnte im Rahmen der Studie mit 659 Teilnehmern, aus Blutproben hunderte von Proteinen identifizieren und im Massenspektrometer analysieren. Insgesamt konnten drei Gruppen von Biomarkern identifiziert werden, die eine signifikante Leberfibrose, eine leichte Entzündungsaktivität sowie eine Fettleber erkennen können. Mit ihrer Hilfe lassen sich diese Leberschädigungen nicht nur nachweisen, sondern auch das Risiko eines Krankheitsfortschritts vorhersagen. „Wir sind daran interessiert, dieses Verfahren als Untersuchungsinstrument für die Allgemeinbevölkerung oder Risikogruppen, wie z. B. übermäßige Alkoholkonsumenten, zur Früherkennung von Lebererkrankungen einzuführen,“ erklärt Matthias Mann das Ergebnis der Studie.

Quelle: idw-online