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28. Februar 2022

Mikrobiom der Lunge beeinflusst das Gehirn

Die Lunge kann bei der Entwicklung von Krankheitsprozessen im Gehirn eine wichtige Rolle spielen.

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Tanya Plotnikova / shutterstock.com

Das Lungenmikrobiom ist eine zwischen Lungengewebe und Außenluft angesiedelte mikrobielle Flora deren Funktion bislang noch wenig erforscht ist. Im Vergleich zum Darm ist die Menge an Mikroben in der Lunge verschwindend gering. An Modellen zeigten Wissenschaftler des Instituts für Neuroimmunologie und Multiple-Sklerose-Forschung der Universitätsmedizin Göttingen nun jedoch auf, dass das Mikrobiom der Lunge die Anfälligkeit des Gehirns für eine zerstörerische Autoimmunentzündung steuert.

Das Lungenmikrobiom reguliert die Aktivität der Mikroglia, der „Immunzellen des Gehirns“ indem es dieser ständig Signale sendet. Die Mikroglia passt daraufhin ihre immunologische Reaktionsfähigkeit entsprechend an. „Das Lungenmikrobiom wirkt daher als eine Art Frühwarnsystem für das empfindliche Gehirngewebe“, erklärt Francesca Odoardi, Heisenberg Professorin am Institut für Neuroimmunologin und MS-Forschung der UMG. Diese neu-entdeckte Lungen-Hirn-Achse kann für die Entwicklung von Krankheitsprozessen von Bedeutung sein, denn die Zusammensetzung des Lungenmikrobioms bestimmt die Anfälligkeit, eine Autoimmunentzündung des Gehirns zu entwickeln, wie sie bei der Multiple-Sklerose auftritt. Doch möglicherweise lässt sich diese neue Lungen-Hirn-Achse auch therapeutisch einsetzen.

Quelle: idw – Informationsdienst Wissenschaft

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