Die Hersteller des Impfstoffs Comirnaty Biontech und Pfizer haben ihren Impfstoff um eine Kindervariante erweitert. Die Zulassung durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) steht kurz bevor, das Präparat soll im Dezember kommen. Das neue Comirnaty-Präparat für Kinder enthält lediglich 10 statt 30 µg Wirkstoff und enthält auch andere Zusatzstoffe.

Professor Dr. Fred Zepp, Pädiater und Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO) sagte vergangene Woche auf einer Veranstaltung des Science Media Center Deutschland: „Es ist eine gute Nachricht, dass wir einen Impfstoff für diese Altersgruppe haben“. Denn, so führte er aus, auch in dieser Altersgruppe gebe es Kinder mit erhöhtem Risiko aufgrund von Vorerkrankungen wie Adipositas, Trisomie 21, weiteren Fehlbildungen, Lungenvorerkrankungen und Immunschwäche. Diese Kinder hätten ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf und könnten von der Impfung profitierten. Er betonte aber auch, dass die Zulassung für diese Altersgruppe noch keine Empfehlung zur Impfung sei. Die Ständige Impfkommission (STIKO) wird aller Voraussicht nach auch nur den Einsatz bei Risikokindern empfehlen.

Auch Professor Dr. Philipp Henneke von der Klinik für allgemeine Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Freiburg sieht es ähnlich: Die Sicherheit des Impfstoffes müsse „über jeden Zweifel erhaben“ sein, da der individuelle Nutzen der Impfung gering sei.

Epidemiologischer Effekt der Kinderimpfung

Die Impfung der 12- bis 17-Jährigen habe auf den Verlauf der vierten Welle kaum Einfluss, schrieb das RKI im August im „Epidemiologischen Bulletin“. Entsprechend dürfte auch der Einfluss der Durchimpfung der Fünf- bis Elfjährigen auf das Infektionsgeschehen gering ausfallen, so Dr. Berit Lange vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig. Zumal der Kinder-Impfstoff  für Ende Dezember erwartet würde. Der Höhepunkt der vierten Welle wird aber für Mitte bis Ende Dezember erwartet.

Quelle: Pharmazeutische Zeitung

 

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