Die traditionelle Heilpraktiker-Herbsttagung wurde am 25. September in Bad Kreuznach als Fachausstellung exklusiv für praktizierende und zukünftige Kolleginnen und Kollegen aus Rheinland-Pfalz und anliegenden Bundesländern durchgeführt.

Die 44. Heilpraktiker-Herbsttagung war ein Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch unter Leitung ausgewählter Spitzenreferenten. Kolleginnen und Kollegen nutzten die Chance zum Austausch und zum Vernetzen empirischer Therapien mit aktuellem Knowhow. Die Referentinnen und Referenten waren sich bei ihren Therapiedarstellungen einig: „Salus aegroti suprema lex – Die Sicherheit des Patienten ist oberstes Gesetz“.

Pflanzenheilkunde – altbewährt und doch modern

Die Pflanzenheilkunde gehört zu den ältesten Therapien und ist auf allen Kontinenten und in allen Kulturen beheimatet. Die Natur hält wirksame Ingredienzien bereit – dies ist ein Wissen, das auch zeitgemäßen, pflanzlichen Arzneimitteln zugrunde liegt. Beispielsweise Arzneien mit Astragalus. Diese Wurzel zählt zu den zu den wichtigsten Pflanzen der traditionellen chinesischen Medizin, ist jedoch auch für die moderne Wissenschaft interessant, da sie die Telomerasen aktivieren und damit indirekt die Telomere an Chromosomenden verlängern kann. Damit ist die altbewährte Pflanze ein wirksames Anti-Aging-Mittel.

Nobelpreisverdächtig

Ein weiteres Beispiel für altbewährte Konzepte im Fokus der modernen Forschung ist Capsaicin. Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker arbeiten seit Jahrzehnten erfolgreich mit der perkutanen Anwendung des aus Chilischoten gewonnenen Naturstoffes. Er lindert diffuse und schmerzhafte Bewegungseinschränkungen. Den diesjährigen Nobelpreis für Physiologie & Medizin hat unter anderem David Julius erhalten, der mithilfe von Capsaicin und Millionen DNA-Schnipseln den Hitzeschmerz-Rezeptor TRPV1 identifiziert hat.

Sein Forscherkollege Ardem Patapoutian, mit dem er sich diesen Nobelpreis teilt, hat hingegen einen anderen grundlegenden Aspekt unserer Sinneswahrnehmung entschlüsselt: er hat Mechanorezeptoren in der Haut entdeckt, die auf Tastreize reagieren. Dies bestätigt das naturheilkundliche Wissen um den Ausgleich der taktilen Wahrnehmung von traumatisiertem Gewebe.

Wissensaustausch und -weiterentwicklung

Bewährte Rezepturen gaben den Anwesenden Anlass, Erlerntes mit Altbewährtem zu vereinen. Die bejahende Haltung zum Wissens-Austausch von Heilpraktikern, Ärzten und biologischer Pharmazie wurde bei der Herbsttagung deutlich, da den Menschen durch diesen Wissensaustausch und die Wissensweiterentwicklung ein Stück Lebensqualität zurückgegeben und oft auch Heilung erreicht werden kann.

Naturheilkunde ist auch Umweltschutz

Pflanzenheilkunde hat der gegenüber chemisch-synthetischen Arzneien den großen Vorteil, dass das Problem der Therapieresistenz hier deutlich seltener auftritt. Heilpraktikerverbände sowie Hersteller von biologischen Arzneimitteln setzen sich zudem oft für Nachhaltigkeit, schonenden Umgang mit der Natur und deren Ressourcen ein.

Quelle: Heilpraktiker-Fachverband Rheinland-Pfalz e. V.

 

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