Die Akkumulation von Arzneimitteln in Darmbakterien könnte sich auf die Zusammensetzung des Mikrobioms, Nebenwirkungen und das Ansprechen auf Arzneistoffe auswirken.

[ab] Nahrung und Getränke, die der Mensch konsumiert, haben einen Einfluss auf das Mikrobiom. Umgekehrt beeinflusst das Mikrobiom das Essverhalten des Wirts. Dazu wurde bereits viel geforscht und veröffentlicht. Auch ist bekannt, dass die Darmbakterien die Wirksamkeit von Arzneistoffen modifizieren können.

Wissenschaftler des European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg und der University of Cambridge berichten nun im Fachjournal Nature, dass zahlreiche Arzneistoffe in Darmbakterien akkumulieren. Dies hat Einfluss auf den Stoffwechsel der betroffenen Bakterien und das Gleichgewicht der verschiedenen Bakterienarten.

Die Autoren vom EMBL schreiben: „Zusammengenommen zeigen unsere Ergebnisse, dass die Bioakkumulation in Darmbakterien ein gängiger Mechanismus sein könnte, über den nicht nur die Verfügbarkeit von Arzneistoffen beeinflusst wird, sondern auch der bakterielle Stoffwechsel. Dies könnte sich auf die Zusammensetzung des Mikrobioms, die Pharmakokinetik, Nebenwirkungen und das Ansprechen auf Arzneistoffe auswirken, wahrscheinlich auf individueller Ebene.“

Quellen: Pharmazeutische Zeitung, Originalstudie von Klünemann M et al. (in Nature 2021)

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