Ein früher Beginn des Typ-2-Diabetes geht mit einer hohen kardiovaskulären Morbidität und offenbar auch mit einem deutlich erhöhten Demenzrisiko einher.

[jg] Bisher wurde nur vermutet, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Manifestationsalter von Diabetes mellitus Typ 2 und dem Demenzrisiko der Betroffenen gibt; eine klare Evidenz dafür fehlte allerdings. Eine internationale Studie hat diese Assoziation nun bestätigt.

Je länger Diabetes besteht, desto höher das Demenzrisiko

Eine retrospektive Analyse von Daten der britischen Whitehall-II-Studie hat gezeigt: Je länger ein maifester Typ-2-Diabetes besteht, desto höher ist das Risiko, eine Demenz zu entwickeln. Bei der Whitehall-II-Studie handelt es sich um eine prospektive bevölkerungsbasierte Langzeituntersuchung mit fast 10 100 Teilnehmenden, die im Schnitt über 30 Jahre beobachtet wurden.

Für die Analyse wurde die Häufigkeit des Auftretens einer Demenz bei Diabetikern und bei Stoffwechselgesunden aus derselben Altersgruppe untersucht und die Dauer der Diabetes-Erkrankung einbezogen.

Zehn Jahre Diabetes = doppeltes Risiko

In der Gruppe der 70-Jährigen war die Assoziation von Demenzrate und Erkrankungsdauer besonders deutlich ausgeprägt: Diabetikerinnen und Diabetiker, bei denen die Erkrankung bereits seit zehn Jahren oder mehr bestand, hatten ein doppelt so hohes Demenzrisiko wie gleichaltrige Stoffwechselgesunde. Betrug die Diabetes-Erkrankungsdauer zwischen sechs und zehn Jahren, war das Demenzrisiko um das 1,5-Fache erhöht und bei einem bis zu fünf Jahre bestehenden Diabetes um das 1,11-Fache.

Keine Korrelation bei Prädiabetes

Zwischen Prädiabetes und Demenzhäufigkeit konnte hingegen keine Korrelation festgestellt werden, egal in welchem Alter er sich manifestierte.

Quellen: Medical Tribune, Originalstudie von Barbiellini Amidei C et al. (in JAMA 2021)

 

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