Das verbreitete Pestizid Chlorpyrifos trägt möglicherweise zur globalen Fettleibigkeitskrise bei, indem es die Verbrennung von Kalorien im braunen Fettgewebe verringert.

[jg] Übergewicht und Adipositas nehmen weltweit konstant zu. Eine kanadische Studie hat einen Stoff ausgemacht, der hierfür mitverantwortlich sein könnte: Chlorpyrifos. Dieses Pestizid wird weltweit in großem Umfang auf Obst und Gemüse gesprüht. Im Mausmodell hat sich gezeigt, dass dieses Pestizid die Thermogenese bzw. Kalorienverbrennung im braunen Fettgewebe verringert. Die nicht verbrannten Kalorien wurden stattdessen im Körper gespeichert und förderten Fettleibigkeit.

Schon 40 Kalorien pro Tag machen den Unterschied

Umweltgifte wie Pestizide und Herbizide standen zwar schon früher im Verdacht, Fettleibigkeit zu befördern, allerdings führten die meisten Studien eine Gewichtszunahme auf eine erhöhte Kalorien- bzw. Nahrungszufuhr zurück und nicht auf eine dadurch induzierte Reduktion der Kalorienverbrennung. Bei einem erwachsenen Menschen genüge jedoch bereits eine Hemmung der Energienutzung im braunen Fettgewebe um 40 Kalorien pro Tag, um eine konstante Gewichtszunahme auszulösen und so Fettleibigkeit zu befördern.

Drosselung des Stoffwechsels behindert auch Gewichtsreduktion

Eine durch das Pestizid ausgelöste Drosselung des Stoffwechsels könne laut den Forschenden auch erklären, weshalb Lebensstiländerungen in Bezug auf Ernährung und Bewegung selten zu einer nachhaltigen Gewichtsreduktion führen. Die Übertragbarkeit der Studienergebnisse auf den Menschen müssen jedoch erst noch durch weitere Studien bestätigt werden.

Quellen: Bionity.com, Originalstudie von Wang B et al. (in Nat Commun 2021)

 

Das könnte Sie ebenfalls interessieren:

CBD statt Antidepressiva bei emotionaler Erschöpfung?
Übergewicht: junge Erwachsene besonders gefährdet
Diätvergleich für das Management von Typ-2-Diabetes