Ein Risikofaktor für die Entwicklung von Übergewicht ist offenbar das Alter – vor allem junge Erwachsene laufen Gefahr, zuzunehmen und die überflüssigen Kilos beizubehalten.

[jg] Immer mehr Menschen weltweit sind von Übergewicht betroffen. In einer Gruppe scheint das Risiko, an Gewicht zuzunehmen besonders hoch zu sein: bei den jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren. Das hat eine internationale Studie herausgefunden.

Lohnenswerteste Gruppe für gezielte Präventions- und Interventionsprogramme

Um herauszufinden, in welchen Gruppen es sich besonders lohnen würde, gezielte Präventions- und Interventionsprogramme gegen Gewichtszunahme anzubieten, haben Forschende untersucht, welche Bevölkerungsgruppen besonders davon betroffen sind. Dafür beobachteten Sie anhand von Krankenkassendaten in verschiedenen Alterskohorten Veränderungen des BMI über die Zeiträume von einem, fünf und zehn Jahren.

Nach zehn Jahren wurden 37 % übergewichtig oder adipös

Für eine Zunahme des BMI stellte sich das Alter zwischen 18 und 24 Jahren als einer der größten Risikofaktoren heraus. In dieser Altersgruppe spielten hingegen andere bereits bekannte Risikofaktoren für die Entwicklung von Übergewicht – wie männliches Geschlecht oder soziale Benachteiligung – nur eine geringe Rolle. Bei mehr als einem Drittel der jungen Erwachsenen (37 %) hatte sich das Gewicht innerhalb von zehn Jahren von normalgewichtig zu übergewichtig oder adipös entwickelt. Zum Vergleich: Bei den ältesten Erwachsenen (65 bis 74 Jahre) war dies bei 24 Prozent der Fall.

Spielen die Lebensumstände eine Rolle?

Von allen Altersgruppen hatten die jungen Erwachsenen das höchste Risiko, in den nächsten Jahren zuzunehmen, dadurch in eine höhere BMI-Kategorie zu fallen (übergewichtig oder adipös) und die zusätzlichen Kilos beizubehalten. Die Forschenden vermuten, dass die Lebensumstände hierbei eine große Rolle spielen, die sich in diesem Lebensabschnitt oft einschneidend verändern. Sei es durch die erste eigene Wohnung, ein Studium in einer anderen Stadt, oder den ersten festen Job – all diese Veränderungen bringen häufig auch Änderungen der Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten mit sich.

Quellen: Informationsdienst Wissenschaft, Originalstudie von Katsoulis M et al. (in Lancet Diabetes Endocrinol.2021)

 

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