Wenn bei Frauen mittleren Alters die Körpergröße zurückgeht, haben sie ein erhöhtes Sterberisiko. Insbesondere das Mortalitätsrisiko durch Herzinfarkt und Schlaganfall steigt bei ihnen.

[jg] Dass mit einem Verlust an Körpergröße das Sterberisiko steigt, wurde bisher nur bei älteren Menschen nachgewiesen. Eine schwedische Studie konnte diesen Zusammenhang nun auch für Frauen zwischen 30 und 60 Jahren bestätigen.

Für die Studie wurden die Daten von rund 2 400 schwedischen und dänischen Frauen genutzt, die an populationsbasierten Kohortenstudien in den jeweiligen Ländern teilgenommen hatten. Eine Größenmessung wurde jeweils zu Studienbeginn sowie zehn bis dreizehn Jahre danach vorgenommen. Nach der zweiten Größenmessung wurden die Teilnehmerinnen weitere 17 bis 19 Jahre nachbeobachtet. Das durchschnittliche Alter der Frauen lag zu Studienbeginn bei 45,5 Jahren.

Mehr als 2 cm Körpergrößeverlust erhöhen Sterberisiko drastisch

In der Studie zeigte sich, dass jeder Zentimeter Körpergrößenverlust das allgemeine Sterberisiko um 15 Prozent erhöhte. Wenn die Frauen zwischen den beiden Messzeitpunkten zwei oder mehr Zentimeter an Körpergröße verloren hatten, war ihr allgemeines Sterberisiko sogar um 74 Prozent erhöht.

Mehr Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Die isolierte Betrachtung von Todesfällen aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ergab ein ähnliches Bild: Mit jedem verloren Zentimeter Körpergröße erhöhte sich das Sterberisiko durch Herzinfarkt oder Schlaganfall um 21 Prozent; wenn die Teilnehmerinnen zwischen den beiden Messzeitpunkten mehr als zwei Zentimeter geschrumpft waren, war das Risiko mehr als doppelt so hoch.

Die Forschenden vermuten, dass der Körpergrößenverlust zwar selbst kein Risikofaktor, wohl aber Marker für andere Ursachen wie altersbedingten Knochen- und Muskelabbau ist.

Quellen: Springer Medizin, Originalstudie von Klingberg S, et al. (BMJ Open 2021)

 

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