Spaziergänge an der frischen Luft sind gut für Wohlbefinden, Gesundheit – und wirken sich offenbar auch positiv auf die Gehirnstruktur aus. Denn Aufenthalte im Freien beeinflussen die graue Substanz, wie eine neurowissenschaftliche Studie gezeigt hat.

[jg] Eine Untersuchung des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf hat nun gezeigt, dass neben der kardiovaskulären Gesundheit, dem Immunsystem und dem allgemeinen Wohlbefinden auch die Gehirnstruktur von Aufenthalten im Freien profitiert. Draußen verbrachte Zeit wirkt sich laut der Untersuchung positiv auf die graue Substanz aus – und zwar unabhängig davon, ob sie in der Stadt oder im Grünen verbracht wird. Zudem haben offenbar bereits recht kurze Phasen im Freien einen Effekt auf die Gehirnstruktur.

Für die neurowissenschaftliche Studie wurden sechs gesunde, in der Stadt lebende Personen mittleren Alters über ein halbes Jahr lang regelmäßig untersucht. Unter anderem wurden mittels Magnetresonanztomographie (MRT) regelmäßig Scans von den Gehirnen der Probanden gemacht. Dabei wurde jeweils beachtet, wie viel Zeit die Teilnehmenden in den 24 Stunden vor den Untersuchungen im Freien verbracht hatten. Auch andere Einflussfaktoren wie Flüssigkeits- und Koffeinzufuhr, Freizeitdauer, sportliche Aktivität und Sonnenscheindauer wurden einbezogen.

Mehr Zeit im Freien gleich mehr graue Substanz

Die Analyse der Gehirnscans ergab einen positiven Zusammenhang zwischen der Zeit, die die Studienteilnehmenden vor den Untersuchungen im Freien verbrachten und der Größe der grauen Substanz im rechten dorsolateral-präfrontalen Kortex. Dieser Teil des Gehirns ist an der Planung und Regulation von Handlungen sowie an der kognitiven Kontrolle beteiligt. Außerdem ist bekannt, dass viele psychiatrische Störungen mit einer Reduktion der grauen Substanz in diesem Hirnbereich einhergehen. Der positive Effekt der Zeit im Freien war unabhängig von den anderen Einflussfaktoren.

Potenzial für therapie psychiatrischer Erkrankungen

Diese Erkenntnis könnte große Bedeutung für die psychiatrischer Erkrankungen haben, die mit Defiziten im präfrontalen Kortex in Verbindung gebracht werden. Ähnlich wie bei Kuren könnten Aufenthalte an der frischen Luft als Teil der Therapie ärztlich verschrieben werden.

Weiterführende Studien laufen bereits

Die Forscher gehen davon aus, dass dieser positive Einfluss von Aufenthalten im Freien auf die graue Substanz auch Auswirkungen auf die Konzentration, das Arbeitsgedächtnis und die Psyche insgesamt hat. Das wird bereits in einer weiteren Studie untersucht, in der die Teilnehmenden u. a. zusätzlich Denkaufgaben lösen müssen. Eine andere weiterführende Studie soll direkt den Einfluss von grünen Umgebungen auf das Gehirn mit dem Einfluss von städtischen Räumen vergleichen.

Quelle: DeutschesGesundheitsPortal

 

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