Körperliche Aktivität bei Herzinsuffizienz wird zwar empfohlen, birgt jedoch ein gewisses Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. Eine Pilotstudie des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz hat gezeigt, dass ein ärztlich überwachtes Körpertraining für Patienten mit Herzinsuffizienz sicher gestaltet werden und die Lebensqualität verbessern kann.

[jg] Trainingsprogramme für Herzinsuffizienzpatienten werden bisher nicht großflächig angeboten, obwohl körperliche Aktivität für sie empfohlen wird. Das hat unter anderem mit der Befürchtung zu tun, dass es während des Trainings zu kardiovaskulären Ereignissen kommen könnte.

Eine Pilotstudie des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI) in Würzburg konnte beweisen, dass sich körperliches Training für Betroffene nicht nur sicher gestalten lässt, sondern auch die Lebensqualität und den Erkrankungsverlauf verbessern kann. Wichtig sei die ärztliche Überwachung.

Wöchentliches Training unter ärztlicher Aufsicht

An der Pilotstudie nahmen zwölf Personen mit symptomatischer Herzinsuffizienz (NYHA Klasse II/III) und einer Ejektionsfraktion < 45 % teil. Sie waren durchschnittlich 64 Jahre alt. Ein Jahr lang trainierten sie einmal wöchentlich unter ärztlicher Aufsicht ihre Ausdauer, Kraft und Koordination. Um die Trainingstauglichkeit am entsprechenden Tag zu prüfen, wurden vor jedem Training Blutdruck und Puls gemessen. Während des Trainings trugen die Probanden einen Aktivitätstracker mit integrierter Pulsuhr.

Die Trainingsintensität wurde eher vorsichtig bzw. niedrig gewählt. Im Nachhinein waren sich die Forscher einig, dass das Training noch intensiver hätte ausfallen dürfen. Insgesamt konnten die Patienten das Training sehr gut absolvieren, während der Studie traten keine kardiovaskulären Ereignisse auf.

Gestiegene Ejektionsfraktion, Leistungsfähigkeit und Aktivität im Alltag

Vor Studienbeginn sowie nach vier, acht und zwölf Monaten unterzogen sich die Studienteilnehmer einer Echokardiografie, einem kardiopulmonalen Belastungstest und einem Sechs-Minuten-Gehtest. Außerdem wurden sie bei diesen Kontrollen zu ihrer Lebensqualität befragt und ihre NT-proBNP-Spiegel gemessen, die u. a. als Biomarker für Herzinsuffizienz, KHK und Schlaganfall gelten.

Nach einem Jahr wöchentlichen Training zeigten sich deutliche Erfolge: Der jeweilige NT-proBNP-Spiegel der Patienten hatte sich halbiert und war von durchschnittlich 986 pg/ml auf 483 pg/ml gesunken. Außerdem war die Ejektionsfraktion im Mittel von 36 % auf 41 % gestiegen. Auch die Leistungsfähigkeit und Aktivität im Alltag hatten zugenommen, was die Lebensqualität der Probanden verbesserte.

Da die meisten Reha-Sportgruppen nicht für Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz geeignet seien, ist bereits eine Folgestudie geplant, an der ausschließlich schwer erkrankte Personen der NYAH-Klasse III teilnehmen

Quelle: ÄrzteZeitung

 

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