Chronische Leberleiden treten bei Kaffeetrinkern seltener auf – unabhängig davon, ob der Kaffee Koffein enthält oder nicht.

[jg] Dass chronische Lebererkrankungen, einschließlich Leberzirrhose und -krebs, bei Kaffeetrinkern seltener auftreten, wurde bereits in verschiedenen Untersuchungen beschrieben. Unklar war bisher jedoch, ob Koffein oder andere Substanzen für diese protektive Wirkung verantwortlich sind. Eine britische Studie hat offenbart, dass Koffein nicht die entscheidende Komponente ist und auch die Art der Kaffeezubereitung wohl keine bedeutende Rolle spielt.

Für die Studie wurden die Daten einer britischen Biobank genutzt, wodurch knapp 385 000 Kaffeetrinker und rund 110 000 kaffeeabstinente Personen einbezogen werden konnten. Die Studienteilnehmer wurden über einen Zeitraum von zehn Jahren nachbeobachtet. In diesem Zeitraum wurden 3 600 chronische Lebererkrankungen (CLD), 5 439 Fälle von Fettleber (Steatose), 184 hepatozelluläre Karzinome (HCC) und 301 Todesfälle durch CLD registriert.

Adjustiertes Errkankungsrisiko signifikant niedriger

Bei den Kaffeetrinkern war das adjustierte Erkrankungsrisiko signifikant niedriger als in der kaffeeabstinenten Gruppe: Das Risiko einer CLD war um 21 Prozent niedriger, das einer Steatose um 20 Prozent und das eines CLD-bedingten Todes sogar um 49 Prozent. Bei hepatozellulären Karzinomen war das Risiko rein numerisch zwar ebenfalls geringer, der Unterschied zur Vergleichsgruppe verfehlte jedoch die statistische Signifikanz.

Maximaler Effekt bei drei bis vier Tassen pro Tag erreicht

Die Risikoreduktion korrelierte mit höherem Kaffeekonsum, wobei der maximale Effekt der protektiven Wirkung bei drei bis vier Tassen Kaffee pro Tag erreicht war. Der protektive Effekt wurde unabhängig davon beobachtet, ob koffeinhaltiger oder koffeinfreier Kaffee konsumiert wurde. Auch die Zubereitungsart des Kaffees – ob aus löslichem Pulver oder gemahlenen Bohnen, die als Filterkaffee oder Espresso zubereitet wurden – schien keinen bedeutenden Unterschied zu machen. Kaffee aus gemahlenen Bohnen schien etwas besser abzuschneiden als lösliches Pulver, jedoch verfehlte auch dieser Unterschied statistische Signifikanz.

Quelle: ÄrzteZeitung

 

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