Eine App-basierte telemedizinische Versorgung kann bei Asthmapatienten die Lungenfunktionswerte und Lebensqualität verbessern. Das hat eine deutsche Machbarkeitsstudie zur Digitalisierung der Versorgung von Asthmapatienten gezeigt.

[jg] Eine Studie, die unter anderem vom Gesundheitsministerium in Rheinland-Pfalz gefördert wurde, hat die Anwendung einer Telemedizin-App fürs Smartphone zur Betreuung von Asthmapatienten in der Praxis untersucht. Von den 120 teilnehmenden Asthmapatienten wurden 80 randomisiert der App-Gruppe zugeteilt, die übrigen 40 Patienten dienten als Kontrollgruppe.

Symptome und Lungenfunktionsdaten digital erfasst

Die App-Gruppe nutzte die Gesundheits-App „SaniQ-Asthma“ und führten damit ein digitales Gesundheitstagebuch. Sie erfassten Symptome und andere krankheitsrelevante Informationen wie Wetterlage, Pollenflug oder Luftqualität sowie Medikamenteneinnahme in der App. Außerdem konnten sie mithilfe eines Bluetooth-fähigen Peak-Flow-Meters Lungenfunktionsdaten ermitteln und in die App übertragen. Über eine gesicherte Messenger-Funktion in der App konnten die Patienten direkt mit Ärzten und Krankenschwestern kommunizieren. Ein in die App integrierter Algorithmus war zudem in der Lage, auffällige Muster zu erkennen und die Patienten darauf hinzuweisen.

Vor allem bei nicht oder nur teilweise kontrolliertem Asthma hilfreich

Während der dreimonatigen Studiendauer war die Anwendungsadhärenz mit durchschnittlich 80 Prozent sehr hoch. Im Vergleich zur Kontrollgruppe verbesserten sich die Peak-Flow-Werte in der App-Gruppe signifikant und die Krankheitssymptome in dieser Gruppe reduzierten sich im Studienverlauf deutlich. Über 80 Prozent Patienten in der App-Gruppe gaben an, dass ihnen die App bei der Krankheitskontrolle geholfen oder sehr geholfen habe. Vor allem bei Patienten mit zuvor unkontrolliertem Asthma konnte zum Ende der Studie eine signifikant gesteigerte Asthma-bezogene Lebensqualität festgestellt werden.

Die betreuenden Ärzte berichteten, dass die App die Arbeit im Praxisalltag erleichtert habe und Patienten in ihrem Alltag besser betreut werden konnten. Die Ärzte bestätigten, dass vor allem Patienten mit nicht oder nur teilweise kontrolliertem Asthma von der Telemedizin-App profitierten.

Quelle: ÄrzteZeitung

 

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