Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung und kann zu Schlaganfällen und plötzlichem Herztod führen. Ob Patienten mit inflammatorischer Arthritis (rheumatoide Arthritis oder Spondyloarthritis) ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern haben könnten, untersuchten Forscher  in einem systematischen Review mit Meta-Analyse. Die Analyse von 5 Studien zeigte ein um den Faktor 1,42 erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern bei den untersuchten Vorerkrankungen. Diese Patientengruppe sollte demnach besser zur Symptomatik und Vorsorge informiert werden.

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung und kann zu Schlaganfällen und plötzlichem Herztod führen. Verschiedene Studien haben bereits darauf hin gedeutet, dass Patienten mit inflammatorischer Arthritis, etwa rheumatoider Arthritis oder Spondyloarthritis, ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern haben könnten. Dies untersuchten Forscher nun in einem systematischen Review mit Meta-Analyse.

Gibt es ein höheres Risiko Herzrhythmusstörungen bei entzündlichen Gelenkerkrankungen?

Die Forscher suchten in den medizin-wissenschaftlichen Datenbanken PubMed, Web of Science, Cochrane Library, Clinical Trials Registry und China National Knowledge bis 1. August 2019 systematisch nach Kohortenstudien, die das Vorhofflimmern bei Patienten mit rheumatoider Arthritis oder Spondyloarthritis untersuchten. Aus den extrahierten Daten wurden in einer Meta-Analyse adjustierte Risikoraten (hazard ratio, HR) mit 95 % Konfidenzintervallen (95 % KI) berechnet. In Untergruppenanalysen untersuchten die Wissenschaftler geographische Charakteristika, Begleiterkrankungen und Medikationen.

Systematische Recherche und Meta-Analyse über 5 Studien

Die Literaturrecherche ergab 388 eventuell relevante Studien. Daraus konnten 5 Studien über 7 Kohorten von Patienten mit rheumatoider Arthritis oder Spondyloarthritis in die Meta-Analyse aufgenommen werden. Das Risiko für Vorhofflimmern war bei Patienten mit rheumatoider Arthritis und Spondyloarthritis signifikant erhöht im Vergleich zu gesunden Kontrollen (HR = 1,42; 95 % KI: 1,36 – 1,49; p < 0,001). Die gesammelte Risikorate, adjustiert für Faktoren wie demographische Charakteristika, medikamentöse Therapien und Begleiterkrankungen, betrug 1,37 (95 % KI: 1,29 – 1,46; p < 0,001).

Erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern bei rheumatoider Arthritis und Spondyloarthritis

Patienten mit inflammatorischer Arthritis haben demnach ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern, vermutlich aufgrund der chronischen Inflammation. Dieses Ergebnis blieb selbst nach Berücksichtigung verschiedener Faktoren wie Medikationen oder Begleiterkrankungen bestehen. Da Symptome des Vorhofflimmerns häufig nicht von Betroffenen als solche wahrgenommen werden, sondern mit Müdigkeit und Schlafstörungen zusätzlich zu Palpitation weniger ernst genommen werden können, sollte diese Patientengruppe besser zur Symptomatik und Vorsorge informiert werden.

Quelle: DeutschesGesundheitsPortal.de

 

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