Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft macht darauf aufmerksam, dass die Augen von Kindern und Jugendlichen bedingt durch Homeschooling und Co. zunehmend leiden. Um einer Kurzsichtigkeit (Myopie) vorzubeugen, müssen junge Menschen öfter ins Freie.

Pandemiebedingt verbringen Erwachsene, Jugendliche und Kinder gerade deutlich mehr Zeit zu Hause und am Bildschirm. Diese Dauerbeanspruchung der Augen mit Sehen im Nahbereich kann Kurzsichtigkeit fördern, da sich der noch im Wachstum befindliche Augapfel an diese Beanspruchung anpasse. Insbesondere für Kinder und Jugendliche sei es wichtig, täglich im Freien den Blick auch in die Ferne schweifen zu lassen, um die Augen zu entspannen.

Myopie entwickelt sich überwiegend in der Schulzeit

Aktuell ist laut der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft rund ein Drittel der Menschen in Deutschland kurzsichtig. Durch längere Bildschirmzeiten, mehr Lesen und weniger Tageslicht könnte diese Zahl künftig jedoch deutlich steigen. Eine deutsche Studie hat herausgefunden, dass der Einfluss genetischer Ursachen deutlich geringeren Einfluss auf die Entwicklung von Myopie hat als verhaltenstechnische Ursachen. Vor allem für die Dauer der Schulausbildung und die Entwicklung von Kurzsichtigkeit konnte ein signifikanter Zusammenhang beobachtet werden. Laut der Studie entwickle sich Myopie überwiegend in der Schulzeit und nehme mit jedem zusätzlichen Schuljahr zu. Doch auch im Berufsleben kann sich diese Entwicklung noch fortsetzen, heute gehen Forscher davon aus, dass dieser Prozess erst mit 25 bis 30 Jahren abgeschlossen ist.

Täglich zwei Stunden im Freien beugen vor

Um dem Effekt der Myopisierung entgegenzuwirken, müssten Kinder laut der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft täglich zwei Stunden im Freien verbringen. Ob dabei der Blick in die Ferne ausschlaggebend ist, der die Augen entspannt und zu einer anderen Seheinstellung zwingt, oder doch die Tageslichtexposition, ist noch unklar. Vermutlich wirkt eine Mischung aus beidem Myopie entgegen. Da Myopie langfristig auch die Entstehung von Augenerkrankungen wie grünem und grauen Star begünstigt, sei Prävention wichtig. [jg]

Quelle: ÄrzteZeitung

 

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