Eine Studie untersuchte die Wirkung einer Vitamin-D3-Supplementierung auf das Depressionsrisiko bei Erwachsenen ab 50 Jahren. Es zeigte sich, dass individuelle Depressionsrisiko bei guter Vitamin-D-Ausgangslage dadurch nicht beeinflusst wurde.

Niedrige 25-Hydroxyvitamin-D-Werte sind mit einem höheren Risiko für Depressionen in den späteren Lebensjahren assoziiert. Zur Wirkung einer Vitamin-D-Supplementierung auf das Depressionsrisiko im späteren Alter fehlten bislang jedoch langfristige, hochdosierte Studien.

Die US-amerikanische VITAL-DEP-Studie hat die Möglichkeiten der Depressionsprävention mithilfe von Vitamin D und Omega-3 untersucht. Diese randomisierte, placebokontrollierte Studie war an eine klinische Studie zu kardiovaskulären Erkrankungen und Krebsprävention angeschlossen. Insgesamt wurden 18 353 Männer und Frauen ab 50 Jahren ohne aktuelle klinisch relevante depressive Symptome eingeschlossen, von denen jedoch 16 657 ein Risiko für Depression ohne bisherige depressive Erkrankung aufwiesen und 1 696 ein Risiko für eine wiederkehrende Depression hatten. Das durchschnittliche Alter lag bei 67,5 Jahren.

Vier randomisierte Behandlungsgruppen

Zwischen November 2011 und März 2014 wurden die Teilnehmer zufällig Behandlungsgruppen zugeordnet. Die Intervention dauerte bis Ende 2017 und endete zeitgleich mit der letzten Nachuntersuchung. Die durchschnittliche Behandlungsdauer betrug 5,3 Jahre. Die vier Behandlungsgruppen erhielten entweder eine Supplementierung mit Vitamin D3 (2 000 IU/d Cholecalciferol) und Fischöl, Vitamin D3 und Placebo, Placebo und Fischöl oder mit Placebo und Placebo.

Zu Studienbeginn wurden die 25-Hydroxyvitamin-D-Werte der Teilnehmer bestimmt. Sie hatten typischerweise einen adäquaten Vitamin-D-Level. Die mittlere Differenz in der Stimmungslage der Probanden wurde jährlich mithilfe des PHQ-8-Fragebogens (8-item Patient Health Questionnaire) bestimmt, der eine Skala von 0 (geringste Symptome) bis 24 (meiste Symptome) umfasst. Eine Änderung von 0,5 Punkten galt als minimale klinisch bedeutsame Differenz.

Ernüchterndes Ergebnis

Eine Vitamin-D3-Supplementierung konnte im Vergleich zu Placebo weder das Risiko für eine Depression noch für klinisch relevante depressive Symptome senken. Es zeigten sich weder in neuauftretenden noch in wiederkehrenden Depressionsfällen Unterschiede zwischen den Vitamin-D- und Placebogruppen. Auch auf die Stimmungslage bzw. den PHQ-8-Wert hatte die Vitamin-D-Supplementierung keine signifikanten Effekte (mittlere Differenz 0,01 Punkte).

Bei guter Vitamin-D-Ausgangslage kann eine Vitamin-D3-Supplementierung bei älteren Personen ohne aktuelle klinisch relevante depressive Symptome offenbar nicht zur Depressionsprävention beitragen. [jg]

Quelle: DeutschesGesundheitsPortal

 

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