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Ein Viertel der Erwachsenen in Deutschland nimmt dauerhaft drei oder mehr Arzneimittel ein. Mit dem Alter steigt der Anteil der Personen mit Polymedikation und zugleich auch die Anzahl der dauerhaft genommenen Medikamente.

Mit der Zahl der eingenommenen Medikamente steigt auch das Risiko unerwünschter Wechselwirkungen. Von diesem Problem der Polymedikation ist hierzulande durchschnittlich jeder vierte Erwachsene betroffen. Das hat eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. ergeben. Rund 12 000 Bürger ab 18 Jahren wurden im März 2021 telefonisch zu ihrer Arzneimitteleinnahme befragt.

Rezeptpflichtige Arzneimittel überwiegen

Dabei gaben 54 Prozent an, seit mehreren Wochen verschreibungspflichtige oder rezeptfreie Arzneimittel einzunehmen und 25 Prozent gaben an, dauerhaft drei oder mehr Medikamente zu benötigen. Die rezeptpflichtigen Arzneimittel überwiegen dabei deutlich: Rund 74 Prozent der Befragten aller Altersgruppen nahmen zum Umfragezeitpunkt ausschließlich rezeptpflichtige Arzneimittel ein. Bei weiteren 20 Prozent war mehr als die Hälfte der eingenommenen Medikamente verschreibungspflichtig.

Mit dem Alter und den Erkrankungen steigt die Polymedikation

Polymedikation kommt vor allem durch die gleichzeitige Therapie mehrerer Krankheiten zustande. So nahmen 36 Prozent der Befragten gegen zwei Krankheiten dauerhaft Arzneimittel ein, 30 Prozent gegen drei und weitere 15 Prozent gegen mindestens vier Krankheiten.

Der Anteil der Personen, die eine Polymedikation benötigen, steigt mit dem Alter an. In der Umfrage brauchten nur vier Prozent in der Altersgruppe der unter 30-Jährigen dauerhaft mehrere Medikamente, bei den über 70-Jährigen waren es 55 Prozent. Auch die Anzahl der dauerhaft benötigten Medikamente steigt mit dem Alter: Jeder Vierte über 70-Jährige nahm fünf oder mehr Arzneimittel gleichzeitig ein.

Aufklärung nötig

Angesichts dieser Zahlen ist laut ABDA eine enge Begleitung und Beratung der Patienten zu Polymedikation durch Therapeuten und Apotheker dringend nötig. [jg]

Quelle: ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V.

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