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In einer Studie konnten die kognitiven Fähigkeiten gesunder Erwachsener durch die tägliche Einnahme von Flavonolen aus Kakaobohnen über zwölf Wochen verbessert werden. Sie schnitten dadurch in einem Gedächtnistest besser ab und die Hirnaktivität in gedächtnisrelevanten Gehirnregionen war erhöht.

Flavonolen werden eine Reihe positiver Effekte zugeschrieben. So wirken sie wohl blutdrucksenkend und durchblutungsfördernd. Die bioaktiven Moleküle sind vor allem in Kakao enthalten, aber auch in Tee, Trauben, Kernobst, diversen Körnern, Beeren und Kräutern.

Eine bessere Durchblutung kann sich günstig auf die Hirnfunktion auswirken – eine frühere US-amerikanische Studie hat bereits gezeigt, dass eine flavonolreiche Ernährung die Hirnaktivität im Gyrus dentatus verstärkt. Das ist ein Teil des Hippocampus, der für die Speicherung neuer Gedächtnisinhalte zuständig ist. Eine randomisierte, placebokontrollierte Folgestudie hat dieses Ergebnis nun an einer größeren Personengruppe überprüft.

Verschiedene Flavonoldosen vs. Placebo

Insgesamt 211 Probanden im Alter von 50 bis 75 Jahren nahmen an der Studie teil, die in vier Gruppen eingeteilt wurden. Über zwölf Wochen sollten die Teilnehmer täglich Kapseln einnehmen, die 260, 510 oder 710 mg Flavonole oder Placebo enthielten. Vor Studienbeginn hatten die Teilnehmer ausführliche Fragebögen zu ihrer Ernährung ausgefüllt, die Aufschluss über ihre tägliche Flavonolaufnahme gaben. Zu Studienbeginn, nach zwölf Wochen sowie acht Wochen nach Ende der Intervention nahmen die Probanden an neuropsychologischen Tests teil. Außerdem wurden ihnen Blutproben entnommen, um die Flavonolkonzentration zu bestimmen.

Größte Erfolge bei Probanden mit zuvor geringster Flavonolaufnahme

Einer der Tests war ein konventioneller Lerntest, bei dem sich die Teilnehmer möglichst viele Wörter aus einer Liste merken sollten. Dies prüft vor allem die Leistung des Hippocampus. Zu Studienbeginn erzielten die Teilnehmer mit der flavonolreichsten Ernährung die besten Ergebnisse bei diesem Test. Die größten Verbesserungen bei diesem Test erreichten innerhalb der zwölfwöchigen Intervention mit Flavonolkapseln diejenigen Teilnehmer, die die geringste Flavonolaufnahme über ihre Ernährung hatten. Nach Ende der Intervention verschlechterten sich die Ergebnisse dieser Teilnehmer wieder.

Anstieg der Durchblutung im Hippocampus

Bei einem anderen neuropsychologischen Test, der vor allem den präfrontalen Cortex fordert, führte die Flavonolbehandlung zu keiner Verbesserung. Dies korreliert mit den Beobachtungen der Forscher in den Magnetresonanztomografien (MRT), die zu Studienbeginn und -ende angefertigt wurden: Bei jenen Probanden, welche die höchste Flavonoldosis erhalten hatten, war nach der zwölfwöchigen Intervention ein Anstieg der Gehirndurchblutung feststellbar – allerdings nur im Hippocampus, bzw. im vorderen Bereich des Gyrus dentatus.

Fazit

Die Forscher sehen damit die Erkenntnis bestätigt, dass pflanzliche Flavonole prinzipiell in der Lage sind, die kognitiven Leistungen zu steigen. [jg]

Quelle: Ärzteblatt

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