Die fünf Subgruppen des Typ-2-Diabetes weisen sehr unterschiedliche Entzündungsreaktionen auf. Daher ist auch ihr Risiko unterschiedlich hoch, diabetes- und entzündungsbedingte Komplikationen zu entwickeln.

Mithilfe der Deutschen Diabetes Studie (GDS) aus dem Deutschen Diabetes Zentrum (DDZ) konnten vor nicht allzu langer Zeit fünf neue Subgruppen des Typ-2-Diabetes identifiziert werden: Der schwere Autoimmun-Diabetes (SAID), der schwere Insulinmangel-Diabetes (SIDD), der schwere insulinresistente Diabetes (SIRD), der moderate adipositasbedingte Diabetes (MOD) sowie der moderate altersbedingte Diabetes (MARD). Diese Subgruppen unterscheiden sich hinsichtlich Alter, Stoffwechseleigenschaften, Erkrankungsverlauf – und offenbar auch hinsichtlich Entzündungsprozessen.

Unterschiede bei Entzündungsbiomarkern

Das hat eine neue Analyse der Deutschen Diabetes Studie ergeben, die sich auf die Unterschiede zwischen den einzelnen Subgruppen bei Entzündungsbiomarkern konzentrierte. Infolge von Typ-2-Diabetes treten mit zunehmendem Alter vermehrt Beschwerden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenschäden oder Demenz auf, bei denen neben Stoffwechselstörungen auch chronische Entzündungsreaktionen eine wichtige Rolle spielen. Um diesen Entzündungsprozessen und den Unterschieden bei den Diabetes-Subgruppen auf die Schliche zu kommen, wurden in der Analyse bei über 400 Probanden jeweils 74 Biomarker für Entzündungen gemessen.

Höchste Biomarker bei ausgeprägter Insulinresistenz

Die höchsten Biomarker-Blutspiegel wurden in der Diabetes-Subgruppe SIRD beobachtet, die durch ausgeprägte Insulinresistenz gekennzeichnet ist und häufig mit starkem Übergewicht zusammenhängt. Die niedrigsten Biomarker-Spiegel wurden hingegen in der durch Insulinmangel geprägten Subgruppe SIDD gemessen. Die fünf Subgruppen wiesen allesamt eine Reihe von speziellen Unterschieden hinsichtlich der Biomarker auf. Diese Erkenntnis könnte zukünftig eine bessere individuelle Risikobestimmung für diabetesbedingte Komplikationen erlauben und zur Früherkennung möglicher Diabetes-Folgen beitragen. Bis aus diesen Erkenntnissen eine konkrete Empfehlung für die Diabetestherapie abgeleitet werden kann, wird es aber wohl noch einige Jahre dauern. [jg]

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft

 

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