Sportliche Betätigung ist wichtig – ab einem Alter von 50 Jahren kann sie sogar vor Schmerzen schützen, wie eine irische Longitudinalstudie gezeigt hat.

Im Lauf der Jahre kristallisiert sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und Schmerzen heraus. In einer irischen Langzeitstudie mit über 50-Jährigen hatten körperlich wenig aktive Teilnehmer ein doppelt so hohes Risiko, innerhalb von zwei Jahren stark beeinträchtigende Schmerzen zu entwickeln.

Sportlich Inaktive hatten schon zu Studienbeginn häufiger Schmerzen

Für die Studie wurden die Daten von 8 175 über 50 Jahre alten Teilnehmern der TILDA-Studie (The Irish Longitudinal Study on Ageing) gesammelt und ausgewertet. Die Erhebung erfolgte zwischen 2010 und 2014 in drei Wellen. Bereits in der ersten Welle war ein Zusammenhang zwischen körperlichem Aktivitätslevel und Schmerzstärke zu erkennen. Probanden, die fast keinen oder gar keinen Sport trieben, befanden sich bereits bei der Ersterhebung viermal so häufig in der höchsten Schmerzkategorie (den Alltag stark einschränkende Schmerzen) wie in der niedrigsten Kategorie (kaum Schmerzen). Die inaktiven Teilnehmer nahmen zudem öfter Medikamente gegen die Schmerzen ein als Probanden, die sich an das von der WHO empfohlene Minimum von 150 Minuten moderatem Sport pro Woche hielten.

Doppelt so hohes Risiko für stark beeinträchtigende Schmerzen

Im Verlauf der Studie wurde der Zusammenhang von körperlicher Inaktivität und Schmerzniveau immer deutlicher. Teilnehmer, die ursprünglich schmerzfrei waren, aber sich wenig bis gar nicht sportlich betätigten, hatten ein signifikant höheres Risiko, in die höchste Schmerzkategorie aufzusteigen als sportlich aktive Probanden. Zwischen der ersten und zweiten Erhebungswelle, 2010 und 2012, stieg das Risiko um das 1,9-Fache; zwischen der zweiten und dritten Welle, 2012 und 2014, sogar um das 2,3-Fache.

Dies bezieht sich vornehmlich auf neu auftretende Schmerzen. Inwiefern sich durch Training bereits bestehende Schmerzen verbessern ließen, wurde nicht untersucht. Die Forscher führen die geringere Schmerzentwicklung auf unterschiedliche Mechanismen zurück. Beispielsweise sei bereits bekannt, dass regelmäßiges Training dazu beitragen kann, die körpereigene Schmerzinhibition zu verbessern und Entzündungsvorgänge einzudämmen. Auch die psychische Gesundheit könnte eine Rolle spielen, die durch regelmäßige körperliche Aktivität gestärkt wird und die Schmerzwahrnehmung beeinflusst.

Vor allem ältere Frauen und über 60-Jährige körperlich inaktiv

In der Studie waren es vor allem ältere Frauen mit eingeschränkter körperlicher und/oder psychischer Gesundheit, die sich vergleichsweise wenig bewegten; vor allem aus Angst, eine bestehende Erkrankung zu verschlimmern. Insgesamt nahm die körperliche Aktivität ab 60 Jahren bei den Teilnehmern deutlich ab: Von den über 60-Jährigen erreichten nur 38 Prozent das empfohlene Aktivitätsniveau. [jg]

Quelle: ÄrzteZeitung

 

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