COPD-Patienten können laut einer chinesischen Metaanalyse in vielerlei Hinsicht von Tai-Chi profitieren: Durch die Bewegungskunst können sich ihre Lungenfunktion, körperliche Leistungsfähigkeit, Symptome, Lebensqualität sowie Ängste und Depressionen verbessern.

Für Patienten mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) ist Bewegung ein wichtiger Therapiebaustein. Neben Atem- und Sportübungen aus der Lungenrehabilitation rücken dabei zunehmend auch meditative Bewegungskünste in den Fokus der Wissenschaft, beispielsweise Tai-Chi. Die eher langsamen, runden und fließenden Bewegungen dieser Bewegungskunst müssen präzise ausgeführt werden und sollen sich besonders gut für Patienten mit COPD eignen.

Viermal wöchentlich Tai-Chi

Das bestätigt eine chinesische Metaanalyse, die 16 randomisierte, kontrollierte Studien und die Daten von insgesamt 1 096 COPD-Patienten auswertete. Im Durchschnitt absolvierten die Teilnehmer der Interventionsgruppen in den Studien für etwa vier Monate gut vier Trainingseinheiten pro Woche, die durchschnittlich jeweils rund 53 Minuten dauerten. Viele Patienten der Interventionsgruppen führten Tai-Chi zusätzlich zur Standardbehandlung durch. Als Kontrollgruppen dienten in den untersuchten Studien jeweils COPD-Patienten, die die Standardbehandlung mit oder ohne zusätzliche Atem- oder Sportübungen bekamen.

Signifikante Verbesserung von Leistungsfähigkeit und Lungenfunktion

Im Vergleich zu den Kontrollpersonen schnitten die Interventionspatienten vor allem beim 6-Minuten-Gehtest signifikant besser ab, mit dem die körperliche Leistungsfähigkeit gemessen wird. Auch die Einsekundenkapazität (FEV1), anhand derer die Lungenfunktion beurteilt wird, verbesserte sich bei den Patienten mit Tai-Chi-Programm deutlich im Vergleich zu den Kontrollpersonen. Das gleiche gilt für die Ergebnisse des COPD-Assessment-Tests (CAT), der die Stärke der Symptome der Patienten erfasst. Weitere Verbesserungen konnten bei den Interventionspatienten hinsichtlich ihrer Lebensqualität, Ängsten und Depressionen beobachtet werden, die via St. George’s Respiratory Questionnaire (SGRQ), Chronic Respiratory Disease Questionnaire (CRQ) und Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS) ermittelt wurden.

Tai-Chi könnte diesen Ergebnissen zufolge einen wertvollen Beitrag zur Lungenrehabilitation bei COPD-Patienten leisten. [jg]

Quelle: DeutschesGesundheitsPortal

 

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