Patienten mit metabolischem Syndrom, die ihre Ernährung umstellen müssen, sollten diese Umstellung mit einer Fastenperiode beginnen. Dadurch kann der Effekt der Ernährungsumstellung verstärkt und der Blutdruck der Patienten gesenkt werden.

Beim metabolischen Syndrom zielt die Therapie darauf ab, das Körpergewicht der Patienten zu reduzieren, ihren Fett- und Kohlehydratstoffwechsel sowie ihren Blutdruck zu normalisieren. Neben Bewegungstherapie bzw. Sport spielt dabei vor allem die Ernährung eine große Rolle, die auf kalorienarme und gesunde Kost umgestellt wird.

Forscher des Max-Delbrück-Centrums für molekulare Medizin (MDC) und der Charité Universitätsmedizin Berlin haben in einer Interventionsstudie herausgefunden, dass der Effekt der Ernährungsumstellung verstärkt werden kann, wenn ihr eine Fastenperiode vorausgeht. An der Interventionsstudie nahmen 71 Patienten mit metabolischem Syndrom teil, die alle einen erhöhten systolischen Blutdruck aufwiesen. Die Probanden wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und ernährten sich alle drei Monate lang nach der DASH-Diät, zu der viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, Nüsse und Hülsenfrüchte sowie Fisch und mageres weißes Fleisch gehören. Die Interventionsgruppe legte vor Beginn der Diät eine fünftägige Fastenperiode ein, in der die Probanden keinerlei feste Nahrung zu sich nahmen. Die Kontrollgruppe startete hingegen direkt mit der DASH-Diät.

Deutliche Verbesserung von Blutdruck, BMI und Gewicht

Die Ernährungsumstellung wirkte sich in beiden Gruppen positiv auf den systolischen Blutdruck aus, in der Interventionsgruppe war dieser Effekt jedoch erheblich stärker ausgeprägt: In der Interventionsgruppe konnte der systolische Blutdruck durchschnittlich um 8,0 mmHG reduziert werden, in der Kontrollgruppe um 0,3 mmHG. Aus der Interventionsgruppe konnten auch signifikant mehr Teilnehmer ihre Antihypertensiva-Einnahme reduzieren (43 %) als in der Kontrollgruppe (17 %).

Bereits nach den drei Monaten, die die Studie dauerte, waren bei den Interventionsgruppen-Patienten zudem BMI und Körpergewicht signifikant gesunken, bei den Kontrollgruppen-Patienten hingegen nicht.

Fasten verändert Darmmikrobiom

Der verstärkende Effekt der Fastenkur auf die Ernährungsumstellung lässt sich wohl mit dem Darmmikrobiom erklären. Denn die Forscher analysierten auch Stuhlproben der Probanden und konnten daran feststellen, dass sich die Zusammensetzung des Mikrobioms bei den Patienten der Interventionsgruppe während der Fastenperiode stark veränderte. Während des Fastens vermehrten sich bei den Probanden gesundheitsfördernde Darmbakterien, was unter anderem die Blutdrucksenkung begünstigte und den Stoffwechsel verbesserte. Einige dieser Veränderungen blieben auch nach erneuter Nahrungsaufnahme bestehen. Das Fasten wirkte wie ein Katalysator für die schützenden Mikroorganismen im Darm, wodurch sich die Gesundheit der Probanden sichtbar schneller verbesserte. [jg]

Quelle: ÄrzteZeitung

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