Aktuelle Studien deuten darauf hin: Geschlechterspezifische Unterschiede beim Blutdruck sollten bei der individuellen Therapie berücksichtigt werden. Die Blutdruck-Werte von Frauen sind in der Regel bis zur Menopause niedriger als die von Männern. Danach kehrt sich das Verhältnis um. Um diesen Unterschieden gerecht zu werden, empfiehlt ein internationales Forscherteam, die Einteilung der Blutdruck-Kategorien für Frauen und Männer anzupassen.

Erhöhtes kardiovaskuläres Risiko bei Frauen

Die Auswertung von vier US-amerikanischen Kohortenstudien ergab, dass Frauen schon bei systolischen Blutdruckwerten von 100-109 mmHg ein um 25 Prozent erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen hatten. Im Gegensatz dazu trat dieses erhöhte Risiko bei Männern erst bei 130-139 mmHg auf. Demnach wäre der bestehende obere Grenzwert von 129 mmHg für einen normalen systolischen Blutdruck für Frauen deutlich zu hoch.

 

Um die geschlechterspezifische Anpassung der Normwerte für den Blutdruck durchzusetzen, sind allerdings weitere Untersuchungen erforderlich, die eine Verringerung der kardiovaskulären Risiken durch Absenkung des Blutdrucks bei Frauen bestätigen. Abgesehen davon ist es zu jeder Zeit sowohl für Frauen als auch für Männer wichtig, den Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren und bei Bedarf mit entsprechenden Maßnahmen gegenzusteuern.

 

Quelle: Ärzte-Zeitung vom 25.02.2021

 

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