Ein Großteil der deutschen Bevölkerung leidet unter Rücken- und Nackenschmerzen, wie Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen. Rückenschmerzen sind vor allem im unteren Rücken verbreitet.

Innerhalb eines Jahres haben knapp zwei Drittel der Bevölkerung mindestens einmal Rücken- und/oder Nackenschmerzen (61,3 %). Zu diesem Ergebnis kommt die „BURDEN“-Studie 2020 zur Krankheitslast in Deutschland des RKI. Für die Studie wurden zwischen Oktober 2019 und März 2020 bevölkerungsrepräsentativ rund 5 000 erwachsene Bundesbürger telefonisch befragt.

Von den Rückenschmerzgeplagten gaben 15,5 Prozent sogar an, innerhalb der letzten zwölf Monate unter chronischen Rückenschmerzen gelitten zu haben. Das heißt, bei ihnen traten über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten fast täglich Rückenschmerzen auf.

Unterer Rücken und Nacken oft betroffen

Schmerzen des unteren Rückens wurden von den Befragten etwa doppelt so häufig angegeben wie Schmerzen des oberen Rückens. Bei Beschwerden des unteren Rückens gab zudem mehr als ein Drittel der Betroffenen (38,5 %) an, dass die Schmerzen in die Beine ausstrahlten. Nackenschmerzen sind ebenfalls weit verbreitet, davon war laut der Umfrage fast jeder Zweite (45,7 %) innerhalb der letzten zwölf Monate mindestens einmal betroffen gewesen.

Geschlechts- und Altersunterschiede

Die Studie offenbarte zudem Geschlechts- und Altersunterschiede: So traten Rücken- und Nackenschmerzen bei Frauen insgesamt häufiger auf und mit zunehmendem Alter nahmen bei allen Befragten Häufigkeit und Intensität der Schmerzen stark zu. Von den befragten Frauen hatten im vergangenen Jahr rund zwei Drittel (66 %) Rücken- und über die Hälfte (54,9 %) Nackenschmerzen, von den befragten Männern hingegen etwas über die Hälfte (56,4 %) bzw. gut ein Drittel (36,2 %).

Mit dem Alter wuchs die Krankheitslast: Die betroffenen 18- bis 29-Jährigen litten durchschnittlich 4,4 Tage pro Monat an Rücken- und 3,3 Tage pro Monat an Nackenschmerzen; bei den über 70-Jährigen lagen diese Werte hingegen bei 14,8 bzw. 11,5 Tagen pro Monat. Präventive Ansätze und eine multimodale Therapie auf breiter Ebene seien laut RKI daher schon bei jüngeren Patienten wichtig, um eine Chronifizierung der Schmerzen zu verhindern. [jg]

Quelle: ÄrzteZeitung

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