Präventiv können Zink und Vitamin C das Immunsystem stärken und so das generelle Infektrisiko senken. Bei grippalen Infekten werden sie hochdosiert auch in der Aktuttherapie eingesetz  –  bei symptomatischen SARS-CoV-2-Infektionen ist das aber offenbar wirkungslos. Die Symptome lassen sich laut einer Studie durch hochdosierte Supplemente nicht lindern und die Erkrankungsdauer nicht verkürzen.

Zink und Vitamin C stärken das Immunsystem und werden gerade in der Erkältungssaison gerne präventiv eingenommen. Bei grippalen Infekten werden die beiden Wirkstoffe jedoch auch akut zur Linderung von Erkältungssymptomen eingesetzt. Studien haben bestätigt, dass hohe Dosen Ascorbinsäure und Zinkgluconat in Kombination Symptome wie Husten und Schnupfen lindern und die Erkrankungsdauer verkürzen können.

Da auch SARS-CoV-2-Infektionen oft mit unspezifischen Erkältungssymptomen einhergehen, hat eine US-amerikanische Studie untersucht, ob die Kombination aus Ascorbinsäure und Zinkgluconat auch hier helfen könnte, die Symptome zu lindern und die Erkrankungsdauer zu verkürzen.

Studienaufbau mit vier Gruppen

Die randomisierte Studie sollte ursprünglich mit 520 erwachsenen Teilnehmern durchgeführt werden, sie wurde jedoch vorzeitig gestoppt, da die Hochdosismedikation bei der Interimsanalyse keinerlei Wirkung gezeigt hatte.

Zu diesem Zeitpunkt waren nur von 214 Teilnehmern die vollständigen Datensätze erfasst. Bei diesen COVID-19-Patienten war die SARS-CoV-2-Infektion mittels PCR-Nachweis bestätigt. Die Teilnehmer waren durchschnittlich 45 Jahre alt und wurden in vier Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe erhielt täglich 8.000 mg Ascorbinsäure, die zweite Gruppe täglich 50 mg Zinkgluconat, die dritte Gruppe täglich eine Kombination aus beidem und die vierte Gruppe erhielt keine der Therapien.

Vier Wochen lang wurden die Teilnehmer gebeten, einmal wöchentlich einen Fragebogen auszufüllen, mit dem sie eine Reihe vorgegebener Symptome nach CDC-Leitlinien an sich bewerten sollten. Über den Gesamtscore wurde der Schweregrad bewertet, der zu Beginn der 28-tägigen Studie in allen Gruppen vergleichbar war. Die Zahl der Tage, die benötigt wurde, um eine 50%ige Reduktion der Symptomstärke im Gesamtscore zu erreichen, bildete den primären Endpunkt der Studie.

Kein signifikanter Unterschied bei Schweregrad und Erkrankungsdauer

In dieser Hinsicht konnte kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen festgestellt werden. Die Kontrollgruppe ohne Supplemente erreichte den Zielwert nach durchschnittlich 6,7 Tagen, die Gruppe mit der Kombinationstherapie sowie die Vitamin-C-Gruppe nach 5,5 Tagen und die Zink-Gruppe nach 5,9 Tagen. Die Supplementierung erreichte somit keine klinische Relevanz. Auch hinsichtlich der Mortalitätsrate und der Häufigkeit, mit der die Teilnehmer stationär behandelt werden mussten, gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen.

In der Kombinationstherapie- und Vitamin-C-Gruppe kam es durch die hoch dosierte Ascorbinsäure jedoch signifikant häufiger zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Durchfall und Magenkrämpfen. [jg]

Quelle: Springer Medizin

Originalstudie: Thomas S et al. Effect of High-Dose Zinc and Ascorbic Acid Supplementation vs Usual Care on Symptom Length and Reduction Among Ambulatory Patients With SARS-CoV-2 Infection. JAMA Network Open 2021;4(2):e210369. DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2021.0369

 

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