Immer mehr Deutsche probieren sich am bewussten Verzicht auf Genussmittel oder Konsumgüter in der Fastenzeit. Rund zwei Drittel der Bundesbürger haben schon mindestens einmal für längere Zeit gefastet.

Das ist das Ergebnis der aktuellen Fastenumfrage der DAK-Gesundheit und zugleich der höchste Wert in der inzwischen zehnjährigen Geschichte dieser repräsentativen Umfrage. Seit 2012 ist die Anzahl derjenigen, die mindestens schon einmal gefastet haben um 25 Prozent gestiegen. Die große Mehrheit der Befragten findet eine Fastenzeit mit bewusstem Verzicht sinnvoll für die Gesundheit und das Wohlbefinden. Vor allem Personen zwischen 30 und 44 Jahren stehen dem Fasten offen gegenüber, in dieser Altersgruppe haben 71 Prozent schon mindestens einmal gefastet. Deutschlandweit gesehen ist die Beteiligung an der Fastenzeit im Süden besonders hoch und im Osten am niedrigsten. In Baden-Württemberg und Bayern haben 73 bzw. 70 Prozent schon einmal gefastet, in den ostdeutschen Bundesländern nur 56 Prozent.

Alkoholverzicht boomt als Fastenvorsatz

Die Pandemie hinterlässt auch beim Fasten ihre Spuren: In diesem Jahr möchten besonders viele während der Fastenzeit auf Alkohol verzichten (73 %). Der Trend zum Digital Detox, also dem bewussten Verzicht auf Smartphone und Internet, ist hingegen zum ersten Mal seit Jahren rückläufig. Darauf möchten dieses Jahr nur 24 Prozent verzichten, in den beiden Vorjahren lag der Wert bei 29 Prozent.

Nebst Alkohol stehen Süßigkeiten (68 %), Fleisch (54 %), Rauchen (45 %) und Fernsehen (39 %) in den Top Five der Fastenliste. Das sah im vergangenen Jahr ähnlich aus, nur lagen damals die Süßigkeiten noch auf dem ersten Platz mit 67 Prozent und Alkohol folgte an zweiter Stelle mit 65 Prozent. Interessanterweise liegt der Verzicht auf Alkohol bei Männern und Frauen in diesem Jahr gleichermaßen auf dem ersten Platz; in den letzten Jahren stand bei Frauen stets der Verzicht auf Süßigkeiten an erster Stelle. Womöglich liegt das an der Selbsteinschätzung der Befragten, der zufolge sie in den vergangenen Monaten mehr Alkohol konsumiert haben.

Ungesünderes Verhalten seit Pandemiebeginn

Insgesamt schätzen 30 Prozent der Befragten ihr Verhalten seit Pandemiebeginn als weniger gesund ein. Die Stressbelastung und der Alkoholkonsum seien bei ihnen beispielsweise gestiegen, die sportliche Aktivität hingegen gesunken. Dennoch hat die Pandemiesituation für die meisten Befragten (84 %) keinen Einfluss darauf, ob und in welchem Umfang sie in diesem Jahr fasten möchten. Nur sieben Prozent sind aufgrund von Coronakrise und Lockdown eher dazu bereit, zu fasten. [jg]

 

Die Fastenumfrage 2021 wurde im Auftrag der DAK-Gesundheit durch die Forsa vorgenommen. Für die repräsentative Bevölkerungsbefragung wurden 1 005 Bundesbürger ab 18 Jahren zwischen dem 18. und 20. Januar 2021 befragt.

Quelle: DAK-Gesundheit

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