Der Myrrhenbaum (Commiphora myrrha) wurde vom interdisziplinären Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde (Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg) zur Arzneipflanze des Jahres 2021 gewählt.

Durch die Wahl zur Arzneipflanze des Jahres soll die Bedeutung der Pflanzen in der Medizin hervorgehoben und ihr pharmazeutischer Wert betont werden. Der Myrrhenbaum hat eine weit zurückreichende Geschichte, bereits die alten Ägypter wussten um die Heilwirkung des Baums, bzw. des aus ihm gewonnenen Harzes. Myrrhenharz wurde im alten Ägypten zur Einbalsamierung, aber auch gegen Husten und Entzündungen im Rachen verwendet. Die alten Griechen setzten Myrrhe zur Behandlung von Wunden, chronischem Husten, Asthma und Entzündungen der Mundhöhle ein. Im 11. Jahrhundert machten sich arabische Ärzte vor allem ihre Wirkung im Magen-Darm-Bereich zunutze. Diese verschiedenen Einsatzgebiete wurden bis in die Moderne beibehalten. Myrrhentinktur hat bis heute eine pharmazeutische Bedeutung bei Entzündungen der Mundschleimhaut. In den letzten Jahren ist jedoch mehr ihr Nutzen zur unterstützenden Behandlung von Verdauungserkrankungen in den wissenschaftlichen Fokus gerückt. Myrrhe hat es sogar in die S3-Leitlinie „Colitis ulcerosa“ geschafft, ihr therapeutischer Einsatz wird komplementär in der remissionserhaltenden Behandlung der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung empfohlen. [jg]

Quelle: Welterbe Klostermedizin – Arzneipflanze des Jahres

 

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