Unter dem Motto „Neue Wege in der Naturheilkunde“ wurde am 6. November bereits zum siebten Mal der Dr. Wolfgang Hevert-Preis verliehen. Über die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung freute sich die Psychologin Nina Bauer, Doktorandin an der Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde der Universität Bamberg. Mit ihrer geplanten Arbeit will sie nachweisen, dass Patienten mit Morbus Crohn befähigt werden können, durch ein ordnungstherapeutisches Stress- und Lebensstilprogramm die Genesung zu fördern und trotz Erkrankung eine hohe Lebensqualität zu erlangen.

Mathias Hevert, Geschäftsführer von Hevert-Arzneimittel GmbH & Co. KG und stellvertretender Vorstand der Hevert-Foundation, hob im Rahmen der Corona-bedingt per Videokonferenz stattfindenden Verleihung die Bedeutung des prämierten Projektvorhabens für die Naturheilkunde hervor. Die Hevert-Foundation lobt den Dr. Wolfgang Hevert-Preis seit 2010 alle zwei Jahre in Kooperation mit der Hevert-Arzneimittel GmbH & Co. KG aus. Eine unabhängige Experten-Jury prämiert damit geplante wissenschaftliche, nicht-kommerzielle Studienprojekte zu Fragestellungen der europäischen Naturheilkunde und assoziierter Therapierichtungen wie der Homöopathie. Einen wegweisenden Ansatz und damit einen neuen Weg beschreitet auch die diesjährige Preisträgerin mit ihrer Arbeit.

Sozialstiftung Bamberg

Abb. 1: Für ihre geplante Studie zur Stressreduktion bei Morbus Crohn durch naturheilkundliche Verfahren erhält Nina Bauer, Doktorandin an der Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde der Universität Bamberg, den mit 10.000 Euro dotierten Dr. Wolfgang Hevert-Preis 2020. 

Eigengenesung und hohe Lebensqualität

Die chronische Entzündung des Darms, Morbus Crohn, zählt zu den Krankheiten, die durch Stress und Lebensstil maßgeblich beeinflusst werden. Nina Bauer will mit ihrem Forschungsvorhaben belegen, dass eine substanzielle Situationsverbesserung durch salutogenetische Elemente erzielt werden kann: „In der randomisierten Studie nutze ich dafür ein naturheilkundlich-ordnungstherapeutisches Stress- und Lebensstilprogramm, mit dem der Patient selbst die Fähigkeit entwickelt, seine Genesung zu fördern und langfristig in die Lage versetzt wird, trotz seiner Erkrankung eine hohe Lebensqualität zu erlangen“, erklärt die Preisträgerin. „Ich bin stolz und begeistert, dass mein Vorhaben durch den Dr. Wolfgang Hevert-Preis ausgezeichnet und auch finanziell unterstützt wird.“

Die Studie teilt Patienten zufällig in zwei Gruppen ein, die zeitversetzt die gleiche ordnungstherapeutische Behandlung erfahren. Körperliche, psychische, soziale und behaviorale Veränderungen werden dabei ermittelt. Darüber hinaus erhebt die Doktorandin Laborparameter wie Blut- und Stuhlproben, führt eine konfokale Laserendomikroskopie durch, erhebt zusätzliche Daten über Fragebögen, Tagebücher sowie qualitative Interviews. 2022 sollen dann die Ergebnisse ausgewertet sein.
Die Ordnungstherapie ist keine neue Disziplin der Naturheilkunde und Achtsamkeit gegenüber sich selbst als Einflussfaktor auf die eigene Lebensqualität bekannt. Durch die wissenschaftliche Beweisführung und evidenzbasierte Untersuchung schafft die Antragstellerin eine wichtige Basis für den Einsatz von naturheilkundlichen Therapien.

Hohe Qualität der Einreichungen

Prof. Dr. med. Jost Langhorst, Chefarzt Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde der Universität Bamberg, betreute die Preisträgerin bei ihrer Dissertation. Die Psychologin arbeitet heute dort als Ordnungstherapeutin sowie wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin. Aber nicht nur die Gewinnerin Nina Bauer, sondern auch der Großteil der knapp 20 Einreichungen wies nach Überzeugung der renommierten Jury eine hohe Qualität hinsichtlich der Studienplanung und eine hohe Relevanz der Themen auf. Bei der Prämierung taten sich die Naturheilkundeexpertin Prof. Dr. med. Karin Kraft von der Universität Rostock, der klinische Psychologe Prof. Dr. Dr. phil. Harald Walach und der Experte für biologische Medizin der Universität Mailand, Allgemeinarzt Dr. med. Rainer Matejka, daher nicht leicht, das Siegervorhaben auszuwählen. Beim eingereichten Forschungsprojekt überzeugten vor allem der potenzielle Nutzen für die Therapie, die Relevanz für das Gesundheitssystem und die wissenschaftliche Bedeutung für die Naturheilkunde.

„Aus unserer Sicht hat die Jury eine gute Wahl getroffen“, freuen sich die Geschwister und Vorstände der Hevert-Foundation, Sarah, Mathias und Marcus Hevert. „Die Arbeit von Frau Bauer passt zum Namensgeber des Preises, unseren Vater Dr. Wolfgang Hevert (†2003), der sich unermüdlich für die Naturheilkunde und Innovationen bei naturheilkundlichen Therapieansätzen eingesetzt hat.“ Mit seinem Einsatz und seiner Energie hat der Arzt und Apotheker Dr. Wolfgang Hevert einen großen Beitrag zur Entwicklung der ganzheitlichen Medizin geleistet.

Freiheit der Forschung

Neben der finanziellen Anerkennung steht bei der Bewertung der eingereichten Arbeiten die Originalität der Fragestellung des Projekts im Vordergrund. Bereits hier zeigt sich der innovative Charakter. Zu den weiteren Kriterien, die von der Jury beurteilt werden, zählen die Qualität des Prüf- beziehungsweise Versuchsprotokolls, der Grad einer möglichen Relevanz für die Verbesserung oder die Akzeptanz der Therapierichtung sowie die therapeutische beziehungsweise wissenschaftliche Nutzbarkeit der zu erwartenden Ergebnisse. Auf die Vorgabe eines genauen Themas wird verzichtet, damit die Freiheit der Forschung gewahrt bleibt. Das nächste Mal wird der Preis im Jahr 2022 vergeben und neue, innovative Projekte können dann wieder eingereicht werden.

Über die Hevert-Foundation

Soziale Verantwortung und nachhaltiges Engagement zählen zur Kernphilosophie der Hevert-Foundation in Berlin. Die Zwecke der gemeinnützigen Stiftung zielen unter anderem auf eine Förderung von Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Naturheilkunde, von Naturschutz und Landschaftspflege, des öffentlichen Gesundheitswesens oder der Erziehung, Volks- und Berufsbildung einschließlich der Studentenhilfe. Zusammengefasst setzt die Stiftung auf die Förderung der Gesundheit von Menschen und Natur. Die Projekte reichen dabei von der Unterstützung von Bildung, Gesundheit und Ernährung zum Beispiel in Gando, Burkina Faso, über die Kooperation mit der Carstens-Stiftung bis hin zum Dr. Wolfgang Hevert-Preis zur Förderung von Wissenschaft und Forschung. Weitere Informationen zur Hevert-Foundation und zu den Projekten gibt es auf www.hevert-foundation.org

Quelle: Pressemitteilung der Hevert-Foundation

 

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