In München soll ein neuer Arbeitskreis gegründet werden, um Erfahrungen zur positiven Wirkung des Fastens bei Infektionskrankheiten zu sammeln und teilen. Interessenten sind herzlich willkommen.

Mein Name ist Mathias Hartmann. Ich bin Heilpraktiker, faste selber meistens dreimal jährlich und habe 17 Jahre lang Fastenkuren sowie Fastenwanderungen auf Schloss Englburg in Tittling geleitet. Zudem habe ich das Buch „Grippe nur halb so schwer“ geschrieben. Aufgrund meiner überaus positiven Erfahrungen möchte ich gerne in München einen AK zu obigem Thema gründen. Bei dieser Form des Fastens soll es nicht um Gewichtsabnahme gehen, sondern in erster Linie um die Effekte einer medizinischen Nahrungsenthaltung vor allem bei Infektionskrankheiten, hervorgerufen z. B. durch Grippe- und Coronaviren, aber auch durch Bakterien. Gründliche Informationen, Anleitungen und das Wissen über Kontraindikationen sind natürlich unerlässlich. Die Teilnehmer werden gebeten, die Methode bei Infekten bei sich selber anzuwenden und den Krankheitsverlauf zu dokumentieren. Dies ist jedoch keine Pflicht. Generell sind alle Interessenten herzlich willkommen.

Vorteile des Fastens

Regelmäßiges Fasten soll gesund halten und das Leben verlängern. Die Zellen können sich dadurch von Giftstoffen und unbrauchbar gewordenen Zellbestandteilen befreien (Stichwort: Autophagie), was ihre Funktionsfähigkeit verbessert. Wer weniger isst, vermindert auch die Menge an freien Radikalen im Körper. Diese können Gewebe schädigen, Entzündungen verursachen und Alterungsprozesse beschleunigen. Eine aktuelle Arbeit untermauert den vorteilhaften Einfluss auf Entzündungen und den Stoffwechsel: Fasten in Kombination mit Kalorienreduktion moduliert molekulare Mechanismen wie m-TOR, FOXO, NRF2, AMPK sowie Sirtuine und führt letztendlich zu einer signifikanten Senkung der Entzündungsmarker und zu einer Verbesserung der Stoffwechselparameter (1).

Besonders Pioniere um Valter Longo, Professor für Gerontologie und Zellbiologie an der Universität von Süd-Kalifornien und Andreas Michalsen, Professor für Naturheilkunde am Immanuel-Krankenhaus in Berlin, konnten anhand von Studien demonstrieren, dass Fasten nützlich ist. Zunächst verbraucht der Körper die Kohlenhydratreserven in Muskeln und Leber. Danach greift er auf das Fett zurück. Einer der ersten messbaren Wirkungen ist die Senkung des Blutdrucks und Insulinspiegels. Das klassische Heilfasten über circa zehn Tage lindert entzündliche Prozesse, rheumatische Schmerzen und depressive Verstimmungen. Ob eine Nahrungskarenz über eine längere Periode oder in Intervallen günstiger ist, ist bislang jedoch noch nicht geklärt.

Weitere positive Effekte, die bei intermittierendem Fasten beobachtet wurden, sind zudem bessere Blutfettwerte und eine Abnahme der Herzfrequenz in Ruhe. Jüngere Studien deuten darauf hin, dass Intervallfasten die geistige Leistungsfähigkeit und das Gedächtnis verbessert und möglicherweise die Entwicklung einer Demenz verhüten kann. Sogar die Stressresistenz wird positiv beeinflusst.

Medizinische Nahrungsenthaltung bei Infektionskrankheiten

Hierzu ist die Studienlage noch recht dünn. Deswegen wollen wir über den AK Erfahrungen sammeln. Klar ist jedoch, dass Fasten das Immunsystem entlastet, da durch das Ausbleiben der Nahrung weniger Fremdstoffe aufgenommen werden. Die ältere Generation der Fastenärzte ist jedenfalls von der positiven Wirkung des Fastens bei Infektionskrankheiten fest überzeugt.

Häufig haben Patienten, die an einem Infekt leiden keinen Appetit. Dies kann man sich zunutze machen. Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr muß jedoch stets geachtet werden. Neben Wasser und Tee nimmt man verdünnte Gemüse- oder Obstsäfte zu sich und trinkt ab und zu mal eine selbst gekochte Gemüsebrühe.

Sekundäre Pflanzenstoffe in Tomaten (Solanum lycopersicum) wie Carotinoide (Lycopin, Phytoen, Phytofluen, β-Carotin), Flavonoide und Polyphenole können nicht nur die Effekte des Fastens auf die Plasma-Triglyzeride (TG), LDL-Cholesterol, HDL-Cholesterol, Gesamt-Cholesterol und die Nüchternblutzuckerspiegel verbessern, wie eine aktuelle Arbeit zeigt (2), sondern sie wirken auch antioxidativ und entzündungshemmend.

Zudem sollten alle Ausscheidungsvorgänge über den Darm, die Leber, Nieren, Lunge und Haut aktiviert werden. Angelehnt an das Buchinger Fasten beginnt das eigentliche Fasten daher auch hier nach einer kompletten Darmentleerung. Baunscheidtieren, blutiges Schröpfen etc. können ebenfalls sinnvoll sein.

Die Nahrungsenthaltung sollte stets über die gesamte Krankheitsdauer sowie noch einen weiteren Tag eingehalten werden. Ferner kann die adjuvante Einnahme bestimmter Mikronährstoffe wie z. B. Vitamin C für den Genesungsprozess von Nutzen sein.

Sollten Sie Interesse an der AK-Teilnahme haben, melden Sie sich bei Mathias Hartmann. Die Kontaktdaten finden Sie auf der Website www.fastend.de

Literatur

  1. Margină D, Ungurianu A, Purdel C, et al.: Chronic inflammation in the context of everyday life: Dietary changes as mitigating factors. Int J Environ Res Public Health. 2020 Jun 10;17(11):4135
  2. Li H, Chen A, Zhao L, et al.: Effect of tomato consumption on fasting blood glucose and lipid profiles: A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Phytotherapy Research, Volume 34, Issue 8, first published 03.04.2020
  3. Wilhelmi de Toledo F: Therapeutisches Fasten nach Buchinger und Immunsysten. Erfahrungen und Hypothesen. In: Ärztezeitschrift für Naturheilverfahren. 1990, 36 (5). Seite 331-341. n.rpv.media/1tk (abgerufen am 05.10.2020)

Quelle: Pressemitteilung von Mathias Hartmann zum AK medizinische Nahrungsenthaltung