Auf dem diesjährig digital veranstalteten Iberogast Symposium teilten Experten aktuelle Erkenntnisse zur Diagnostik und Therapie funktioneller Magen-Darm-Beschwerden. Auch Erkenntnisse zur Anwendung des neuen Präparats Iberogast Advance wurden geteilt.

Funktionelle Magen-Darm-Beschwerden gehören zu den häufigsten Symptombildern, mit denen Patienten einen ärztlichen Rat einholen. Auf dem von Bayer Vital initiierten digitalen Ärztesymposium „60 Jahre Phytotherapie: Time for Advance“ setzten sich Experten mit den individuellen Beschwerdebildern, zugrunde liegenden Funktionsstörungen, der therapeutischen Intervention sowie den Grundlagen der Qualitätssicherung und Herstellungspraxis von Phytopharmaka auseinander.

Prof. Dr. med. Peter Malfertheiner (München/Magdeburg), der durch die Veranstaltung führte, hob den hohen Leidensdruck der Patienten hervor und unterstrich so noch einmal die Notwendigkeit eines effektiven Behandlungsmanagements. „Aufgrund der pathophysiologischen Komplexität funktioneller gastrointestinaler Beschwerden ist ein Medikament mit mehrfachen Angriffspunkten an gestörten Zielstrukturen des Magen- Darm-Traktes erforderlich.“ Dafür steht ab Mitte Oktober neben dem etablierten Iberogast (STW5) mit Iberogast Advance (STW5-II; beide Fa. Bayer Vital) ein weiteres Phytotherapeutikum zur Verfügung, das insbesondere bei häufig wiederkehrenden oder länger anhaltenden funktionellen Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt werden kann.

Hoher therapeutischer Stellenwert pflanzlicher Präparate

Pflanzliche Präparate haben in der Behandlung funktioneller Magen-Darm-Beschwerden einen hohen Stellenwert, da Betroffene von deren effektiver Wirksamkeit und guter Verträglichkeit profitieren. Grundlage dafür ist eine aufwendige Forschung, um die Qualität des Produktes verlässlich reproduzieren zu können. Dr. Christoph Theurer, Leiter Medizin Consumer Health bei Bayer Vital, erklärte: „Heilpflanzen, die Rohstoffe für Phytopharmaka, sind äußerst komplexe Organismen und unterliegen zahlreichen Umwelteinflüssen, die ihre Eigenschaften determinieren.“ Daher wird die Qualität maßgeblich von den ausgewählten Pflanzenbestandteilen, dem Extraktionsmittel, dem Extraktionsverfahren sowie dem gesamten Herstellungsprozess beeinflusst.

Die Anwendung des Phytopharmakons STW5 ist seit über 60 Jahren erprobt. In zahlreichen Studien und Untersuchungen konnten die gleichen Wirksamkeitsnachweise und Sicherheitsanforderungen erbracht werden wie für chemisch definierte Arzneimittel obligat. Theurer bekräftigte: „Eine gleichbleibende, gut dokumentierte und reproduzierbar erzielte Qualität ist die unabdingbare Voraussetzung für eine nachhaltige und verlässliche klinische Wirksamkeit und Sicherheit.“

Individuelle Beschwerden, multifunktionelle Therapie

Prof. Dr. med. Hans-Dieter Allescher (Garmisch-Partenkirchen) erläuterte anhand einiger ausgewählter Studien die Wirkweise beider Präparate auf die unterschiedlichen Pathomechanismen funktioneller Magen-Darm-Beschwerden. Vielstoffgemische wie STW5 und STW5-II setzen durch einen Multi-Target-Effekt an mehreren zugrunde liegenden Funktionsstörungen, z. B. Dysmotilitäten, Hypersensitivitäten, Mikroinflammationen oder Barrierestörungen der Darmschleimhaut, gleichzeitig an. Wie eine Vielzahl pharmakologischer und physiologischer Versuche belegt, ist die Wirkung von STW5 durch das Zusammenspiel seiner Einzelkomponenten charakterisiert. So könne jedem Phytoextrakt ein typisches Wirkprofil zugeordnet werden, erklärte der Experte: „Dabei zeigten sich ausgeprägte Effekte auf die Motilität, die durch die Einzelkomponenten sowohl gehemmt als auch stimuliert werden kann. Es zeigten sich Einflüsse auf die Magensäuresekretion, den Schleimhautschutz, die Entzündungsreaktionen und Entzündungsmediatoren, aber auch auf die afferenten Nervenfunktionen und die Schmerzweiterleitung.“

An Pathomechanismen ansetzen: Wirkschwerpunkte in STW5-II

In diesem Kontext beschrieb Allescher die zentralen Wirkmechanismen der ausgewählten Heilpflanzenextrakte im neuen Phytotherapeutikum STW5-II: Hier wurden vorwiegend einzelne Extrakte mit einem ausgeprägten Potenzial hinsichtlich Mukosaprotektion, Entzündungshemmung und Hypersensitivität kombiniert und in ihrem prozentualen Anteil um 50–100 % erhöht. Komponenten mit stärkerem Fokus auf Motilitätseffekte wurden hingegen teilweise weggelassen. Als Resultat entstand eine Kombination aus sechs Extrakten (Iberis amara, Süßholzwurzeln, Kamillenblüten, Kümmelfrüchten, Melissen- und Pfefferminzblättern). Sie entfaltet in Magen und Darm antientzündliche und schleimhautschützende Wirkungen und verringert die viszerale Hypersensitivität.

Die Produktvariante ist damit besonders für Menschen mit häufig wiederkehrenden funktionellen Magen-Darm-Beschwerden, z.B. bei empfindlichem Magen-Darm-Trakt, funktioneller Dyspepsie und Reizdarmsyndrom, geeignet, da hier Mikroinflammationen und viszerale Hypersensitivitäten als ursächliche Faktoren dominieren können.

Der Gastroenterologe verwies zur Wirksamkeit und Sicherheit von STW5-II auf Studien – in vivo und in vitro: „Sowohl ein vierwöchiger Placebo-kontrollierter Test bei Reizdarmpatienten als auch vier Studien bei funktioneller Dyspepsie mit dieser Kombination über vier bzw. acht Wochen zeigten einen signifikanten Wirknachweis. STW5-II wies eine deutliche Wirksamkeit bei den Symptomen des abdominellen Summenscores, bei dem abdominellen Schmerzscore und bei einem Dyspepsie-Schmerzscore auf.“ Dieser Effekt ließ sich auch in einem Cross-over-Design nachweisen und erbrachte für STW5-II eine komplette Beschwerdefreiheit bei 40 % der Patienten. Die Verträglichkeit der Sechserkombination wurde in über 98 % der Fälle als gut oder sehr gut angegeben.

Von der Theorie in die Praxis

Zwei konkrete Fallbeispiele hatte Prof. Dr. med. Martin Storr (Starnberg) mitgebracht, um zu veranschaulichen, wie Patienten in der Praxis von den unterschiedlichen Wirkschwerpunkten in STW5 und STW5-II profitieren können. Nach einem Abriss zur Pathophysiologie funktioneller Magen-Darm-Beschwerden und einer Darstellung der Lebenssituation Betroffener berichtete der Gastroenterologe über einen 63-jährigen Raucher mit Übergewicht, der seit Jahren u.a. unter Sodbrennen, epigastrischen Schmerzen, einem postprandialen Völlegefühl und Übelkeit litt. „Die Beschwerden traten vor allem nach Nahrungsaufnahme und dem Rauchen auf“, so der Experte. Nach genauer Anamnese und umfassender Untersuchung konnte eine Dyspepsie vom Dysmotilitätstyp diagnostiziert werden. Dem Wunsch des Patienten nach Symptomfreiheit konnte durch Therapie mit STW5 mit zusätzlicher Gewichtsreduktion und Rauchentwöhnung entsprochen werden. Da in diesem Fall vor allem Störungen in der Motilität vorlagen, eignet sich besonders die Iberis-amara-Kombination. Denn diese enthält einen höheren Anteil an motilitätsregulierenden Anteilen und bietet daher zuverlässige Hilfe insbesondere bei situativ ausgelösten funktionellen, speziell motilitätsbedingten Magen-Darm-Beschwerden.

Anders gestaltet sich der Fall bei einer 44-jährigen Patientin, die einen gesunden und bewussten Lebensstil führt, jedoch an abdominellem Brennen und Übersäuerungsgefühl sowie seit Kurzem abdominellen Schmerzen leidet. Diese Symptome traten an fünf von sieben Tagen auf, besserten sich im Urlaub, verschlimmerten sich aber unter privater Belastung. Es konnten eine Dyspepsie sowie ein Reizdarm mit chronischem Verlauf diagnostisch bestätigt werden. Da die Beschwerden chronisch waren und dem Hypersensitivitätstyp zugeordnet werden konnten, würde Storr in diesem Fall zu einer Therapie mit STW5-II raten, das ebenfalls zur Behandlung von Reizmagen und Reizdarm zugelassen ist.

Beschwerden umfassend, effektiv und sicher behandeln

Wie Malfertheiner abschließend zusammenfasste, lohnt sich aufgrund der Vielfalt und Heterogenität von Symptomen und Ursachen eine genaue Betrachtungsweise funktioneller Magen-Darm-Beschwerden. Die Portfolio-Erweiterung eröffnet hierbei die Chance auf eine noch differenziertere Behandlung. Mit Iberogast und Iberogast Advance (beide Fa. Bayer Vital) können die verstärkt beteiligten Pathomechanismen bei eher akuten oder häufig wiederkehrenden Beschwerden noch gezielter und dabei nachgewiesen wirksam und sicher adressiert werden.

Quelle: Pressemitteilung der Bayer Vital GmbH