Forscher untersuchten die Auswirkung von Musik auf das Gehen von Menschen mit Multipler Sklerose und stellten fest, dass die Patienten eine bessere Synchronisation zeigten, motivierter waren und weniger geistig erschöpft.

Im Rahmen der Studie wurden die Effekte von Beats oder kurzen Pulstönen bei Betroffenen im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen analysiert. Frühere Studien zeigten bereits, dass sich eine Kombination von Takt und Gehen positiv auf das Fatigue-Empfinden auswirken konnte.

An der Studie aus Belgien nahmen 27 Menschen mit MS und 28 gesunde Kontrollpersonen teil. Wie gut die MS-Patienten im Vergleich mit der Kontrollgruppe synchronisiert Schritt mit dem Takt halten konnten und welche Auswirkungen dies auf die Motivation, das Gangbild und die empfundene geistige und körperliche Erschöpfung hatte wurde mittels eines 12-Minuten-Gehtests und anderen Assessments untersucht.

Hierfür gingen die Studienteilnehmer 12 Minuten lang unter drei verschiedenen Bedingungen. Einmal mit Musik, mit einem Metronom als Taktgeber oder in Ruhe. Die Einstellung der Klang-Bedingungen erfolgte individuell. Während des Gehens wurden verschiedene Eigenschaften des Gangs und die Kopplung zwischen Hören und Bewegung (auditorisch-motorisch) gemessen.  Die empfundene Fatigue wurde mittels mit Hilfe der visuellen Analogskala, auf dem die Stärke der Empfindung von 0 bis 10 eingetragen wird, eingeschätzt. Mit Hilfe der Likert-Skala wurde die Motivation von den Studienteilnehmern selbst eingeschätzt.

Gute Synchronisation des Gangs

Alle Teilnehmer synchronisierten ihren Gang gut zu beiden Geräuschkulissen, der Musik und den Taktpulsen des Metronoms, wobei die MS-Patienten jedoch besser abschnitten. Sowohl bei den Patienten als auch den Personen der Kontrollgruppe nahm die Gleichmäßigkeit des Schritts im Laufe der Zeit ab. Auch die Schrittlänge und Geschwindigkeit reduzierte sich.

Weniger Erschöpfung, mehr Motivation

Die MS-Patienten empfanden weniger geistige Erschöpfung und eine höhere Motivation, wenn sie mit Musik gingen. Einen Einfluss auf die körperliche Erschöpfung ließ sich jedoch nicht beobachten.

Die Kombination von Musik und Gehen könnte dementsprechend Bewegungstraining und -tests für MS- Patienten abwechslungsreicher gestalten. (jr)

 Quellen: Deutsches Gesundheitsportal, Originalstudie