In der Himmelfahrtswoche fand der renommierte TCM Kongress Rothenburg zum ersten Mal als virtueller Kongress im Online-Stream statt. Was durch die Corona-Pandemie gezwungenermaßen als alternative Lösung innerhalb weniger Wochen auf die Beine gestellt wurde, wurde – so der AGTCM-Vorstand rückblickend – zu einem großen Erfolg. Insgesamt nahmen rund 700 Personen aus 34 Ländern am Kongress teil, um den Workshops, Vorträgen und Präsentationen von hochkarätigen Referenten aus aller Welt zu folgen. Auch das Zusammengehörigkeitsgefühl, das im realen Kongress stets ein wichtiger Aspekt ist, entstand im virtuellen Kongress durch den gemeinsamen Austausch und die Diskussionen.

Dr. Martina Bögel-Witt, 1. Vorsitzende der AGTCM, ist sehr zufrieden: „Der virtuelle Kongress hat unsere Erwartungen absolut erfüllt und viele spannende Inhalte auf interessante Weise erlebbar gemacht. Dank der Professionalität und Kreativität der Referentinnen und Referenten wurden manche Vorträge zu ganz außergewöhnlichen Ereignissen.“ Viele Teilnehmer genossen das allmorgendliche Taiji-Quan mit Lucas Wilkmann, der bei schönem, aber windigem Wetter von der Camargue aus anleitete und dabei mit den Moskitos zu kämpfen hatte. Für viele Teilnehmer war es eine neue, und durchaus positive Erfahrung, mehrere Vorträge oder Kurse besuchen zu können, ohne lange Wege in Kauf nehmen zu müssen, sich ohne Zeitdruck, mit bester Sicht und Ruhe zum Konzentrieren und in den eigenen Räumen fortzubilden. Die gebuchten Kurse können zudem auch noch 30 Tage nach der Veranstaltung angeschaut werden.

Interaktivität als Schlüssel zum Erfolg

Julia Stier, als Kongressleiterin für den Kongress verantwortlich, war mit ihren Team in der Vorbereitungsphase quasi rund um die Uhr aktiv und wurde durch den Erfolg belohnt. Sie bewertet den Kongress ebenfalls sehr positiv und stellt fest: „Die Anforderungen an uns als Organisatoren waren natürlich ganz andere als sonst. Durch die gute technische Umsetzung konnten unsere Teilnehmer sich aber schnell in den Onlinekursen zurecht finden und die Vorteile einer Onlineveranstaltung genießen.“

Aus ihrer Sicht sind die Kurse besonders gut angekommen, die interaktiv gestaltet wurden. So habe Goro Hasegawa zum Beispiel aus seiner Praxis in Japan gestreamt und seine Akupunktur-Methoden an Patienten live demonstriert. Auch Johannes Bernot habe die Teilnehmer durch inhaltliche Umfragen aktiv eingebunden. Für Johannes Bernot, Vorstandsmitglied der AGTCM und einer der Referenten im Kongress, war die virtuelle Version des Kongresses eine gute Lösung, ihm fehlte trotz seiner Umfragen jedoch die reale Interaktion mit seinen Kursteilnehmer.

Wir-Gefühl und persönliche Begegnungen

Überrascht zeigten sich viele, wie gut es gelungen ist, ein Wir-Gefühl zu erzeugen und – z. B. bei der Eröffnungsveranstaltung – Raum für persönliche Begegnungen zu schaffen. Auch die täglich angebotenen Taiji-Kurse und die Qigong-Kurse begeisterten die Teilnehmer. „Diese Form des Kongresses hat sich aus unserer Sicht bewährt“, bilanziert Dr. Martina Bögel-Witt. „Es ist ressourcenschonend und spart Zeit und Kosten, weil Anreise und Hotelübernachtungen entfallen“. Gleichzeitig fehlten natürlich der persönliche Austausch, das Wiedersehen mit Freunden, Bekannten und Kollegen und die inspirierende Atmosphäre des Tagungsorts Rothenburg.

Für die Zukunft wünsche man sich, wieder real in Rothenburg zu tagen, hob Dr. Martina Bögel-Witt hervor. Der Vorstand der AGTCM werde aber überlegen, ob und wie virtuelle Methoden in zukünftige Kongresse integriert werden könnten, z. B. wenn ein wichtiger Referent nicht persönlich vor Ort sein könne.

Quelle: Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft für Klassische Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin e.V. (AGTCM)

 

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