Anlässlich des weltweiten Tages für Hypertonie, dem World Hypertension Day am 17. Mai 2020, weisen Experten der Gesellschaft für Biofaktoren (GfB) auf die blutdrucksenkende Wirkung von Magnesium hin.

Weltweit hat die Zahl der Hypertonie-Patienten in den letzten Jahren in alarmierender Weise zugenommen. In Deutschland leiden in der Altersgruppe oberhalb 60 Jahre mehr als die Hälfte an einem erhöhten Blutdruck – mit fatalen Folgen für Herz und Gehirn. Denn Hypertonie steigert das Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfälle. Harntreibende Diuretika gelten als Standard in der Hypertonie-Behandlung. Sie entziehen dem Körper Wasser und senken auf diese Weise den Druck in den Gefäßen. Mit der Flüssigkeit gehen allerdings auch essenzielle Mineralstoffe, insbesondere Magnesium verloren. Ein Teufelskreis, da Magnesium nicht nur gegen die allseits bekannten nächtlichen Wadenkrämpfe hilft (1), sondern eine wichtige Rolle für die Leistung des Herzmuskels spielt. Als natürlicher Kalzium-Antagonist wirkt Magnesium gefäßerweiternd und blutdrucksenkend, er kann die Herzfrequenz normalisieren und Herzmuskelgewebe schützen (2). Umgekehrt kann ein Magnesiummangel die neuromuskuläre Erregbarkeit fördern, wodurch sich das Risiko für Hypertonie, Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen erhöht (3, 4).

Wenn Patienten unter Bluthochdruck leiden

„Zahlreiche Studien zeigen, dass eine Magnesium-Substitution einen positiven Einfluss auf Hypertonie ausübt (5). Die Untersuchungen belegen einen senkenden Effekt sowohl auf den systolischen als auch den diastolischen Blutdruck“, betonte in diesem Zusammenhang auch Prof. Dr. med. Klaus Kisters, Chefarzt der Medizinischen Klinik I, St. Anna Hospital in Herne und einer der wissenschaftlichen Experten der GfB.

Magnesiumtherapie positiv bei Hypertonie und Herzinsuffizienz

Bei der Magnesium-Supplementierung ist zu berücksichtigen, dass organische Verbindungen im Vergleich zu anorganischen Verbindungen in der Regel besser verträglich sind und sich durch eine höhere Bioverfügbarkeit auszeichnen (6, 7). „Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass bei Patienten mit Herzerkrankungen durch Bluthochdruck und Herzinsuffizienz Lebensqualität und Lebenserwartung unter einer oralen Therapie mit Magnesiumorotat steigen (8)“, so der Mediziner Prof. Kisters. Ein Magnesiummangel bei Hypertonie ist daher dringend zu vermeiden, um weitere Folgeschäden und eine Minderung der Lebensqualität der Patienten zu reduzieren – so das klare Statement der Wissenschaftler der Gesellschaft für Biofaktoren.

Literatur

  1. Roffe C et al.: Randomised cross-over placebo-controlled trial of magnesium citrate in the treatment of chronic persistent leg cramps. Med Sci Monit 2002; 8(5)
  2. Tangvoraphonkchai K: Magnesium and cardiovascular disease. Adv Chronic Kidney Dis 2018, May; 25(3): 251-260
  3. Zhang X, Li Y, Del Gobbo LC et al.: Effects of magnesium supplementation on blood pressure. A meta-analysis of randomized double-blind placebo-controlled trials. Hypertension 2016
  4. Wannamethee SG et al.: Serum magnesium and risk of incident heart failure in older men: The British Regional Heart Study. Eur J Epidemiol 2018, 33(9): 873-8824
  5. Kisters K et al.: Wirkung von Magnesium bei Hypertonie. Zeitschrift für orthomolekulare Medizin 2006; 2: 12-15
  6. Walker AF et al.: Mg citrate found more bioavailable than other Mg preparations in a randomised, double-blind study. Magnes Res 2003 Sep, 16(3): 183-91
  7. Kisters K et al: Magnesiumhaushalt und –therapie bei Hypertonie. Nieren- und Hochdruckerkrankungen 2020; 49(5): 245-251
  8. Kisters K et al.: Positive effect of magnesiumorotate therapy in hypertensive heart disease. Metabolomics: Open Access. 2017; 7: 3

 

Quelle: Gesellschaft für Biofaktoren e.V.

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