Um der Zunahme von Antibiotikaresistenzen entgegenzuwirken, müssen effektive Alternativen zur Antibiotikaverschreibungen gefunden werden. Das gilt auch für den Bereich der Urologie, gerade beim Thema Harnwegsinfektionen. Vor allem bei akuter unkomplizierter Zystitis (AUZ), die vor allem Frauen betrifft, sollte die Notwendigkeit einer Antibiotikatherapie kritisch geprüft werden. Diese wird in der Leitlinie zwar empfohlen, bei leichten bis mittleren Beschwerden ist eine antibiotische Behandlung jedoch nicht zwingend notwendig.

Eine aktuelle Post-hoc-Analyse einer Studie zeigt, dass in diesen Fällen ein rezeptfrei erhältliches phytotherapeutisches Aquaretikum zu schneller Symptomlinderung führen kann. Es handelt sich dabei um eine Fixkombination aus den Trockenextrakten von Hauhechelwurzel, Orthosiphonblättern (Javatee) und Gewöhnlichem Goldrutenkraut.
Eine randomisiert-kontrollierte, doppelverblindete Phase-III-Studie mit dieser Fixkombination wurde bereits 1994 veröffentlicht. Daran nahmen 200 nicht antibiotisch therapierte Frauen mit akuter AUZ teil. Nun wurden die Studiendaten erneut ausgewertet und an die aktuelle Definition des validierten Acute-Cystitis-Symptom-Score(ACSS)-Fragebogens angepasst. Diese Post-hoc-Analyse ergab bereits nach dem ersten Behandlungstag eine signifikante Verbesserung der AUZ-Symptome im Vergleich zu Placebo (p = 0,0086). Von den Patientinnen, die das Phytotherapeutikum erhielten, benötigten nur 15,3 % eine Antibiotikatherapie, in der Placebogruppe waren es 49,2 %. Insbesondere die Dysurie konnte durch das Phytotherapeutikum vom ersten Tag an entscheidend verbessert werden. (jg)

Quelle: Springer Medizin: Uro-News Ausgabe 4/2020

 

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