Die Blockierung des Eisentransports in das Tuberkulose-Bakterium könnte ein neuer Ansatz sein, um die Erkrankung zu stoppen. Wie alle lebenden Organismen benötigen auch Tuberkulose-Bakterien Eisen, um zu Überleben. Kommt der Eisentransport in das Bakterium zum Erliegen, kann es sich nicht weiter vermehren. Wird eine menschliche Zelle mit Krankheitserregern wie dem Mycobacterium tuberculosis infiziert, verringert die Zelle von sich aus die Eisenkonzentration auf ein Minimum, um den Erreger sozusagen auszuhungern. M. tuberculosis kann jedoch Mycobactine freisetzen, die freies Eisen sehr gut binden und der Wirtszelle sprichwörtlich entreißen können. Die Mycobactine mitsamt dem von ihnen eingefangenen Eisen werden von einem Protein in das Bakterium hineintransportiert. Genau dieses Transportprotein, seine Struktur und Funktionsweise haben Forscher der Universität Zürich nun im Detail analysiert und entschlüsselt.

Das eröffnet Möglichkeiten zur Entwicklung neuer Medikamente, die gezielt die Eisenzufuhr in die Tuberkulose-Bakterien unterbinden. Durch das Ausschalten dieses Transportproteins wird M. tuberculosis inaktiv und kann keine weiteren Zellen infizieren. Das ist ein großer Hoffnungsschimmer, da multiresistente M.-tuberculosis-Stämme rasant zunehmen, die gegen viele der wirksamsten Tuberkulose-Antibiotika unempfindlich sind. Neue Medikamente zur Bekämpfung dieser verheerenden Krankheit werden dringend benötigt. (jg)

Quelle: Bionity.com

 

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